Er lockte mehr als 1,6 Millionen Besucher in die südekoreanische Stadt Busan: Der verirrte Schwarzhai »Bukangi« ist zurück im Meer. Oder zumindest auf dem Weg dorthin.

21.10.2026, 16.39 Uhr

Rettungsaktion für Hai Bukangi Rettungsaktion für Hai Bukangi

Rettungsaktion für Hai Bukangi

Foto: Kim Hong-Ji / REUTERS

Nach mehreren erfolglosen Versuchen haben südkoreanische Einsatzkräfte einen festsitzenden Hai aus einem Kanal manövriert. Das Tier war seit Mitte in der Wasserstraße der Hafenstadt Busan geschwommen und dort zu einer Touristenattraktion geworden. Einwohner gaben ihm den Spitznamen »Bukangi«, abgeleitet vom koreanischen Namen des Nordhafens, wohin es sich zuerst verirrt hatte.

Nach Angaben des südkoreanischen Instituts für Fischereiwissenschaft handelt es sich um einen weiblichen Schwarzhai mit etwa drei Meter Länge. Mehr als 1,6 Millionen Schaulustige kamen der Stadt zufolge, um den Hai zu sehen. In der Umgebung herrschte Ausnahmezustand, wie lokale Medien berichten: Geschäfte und Cafés verbuchten demnach ein Umsatzplus, Händler verkauften inoffiziellen Merch mit dem Hai. Die Stadt Busan erklärte Bukangi zum Ehrenbotschafter und kämpfte nach eigener Aussage gegen Firmen, die aus ihm Profit schlagen wollten.

Pontons, Netze und Spezialboote

Zwei Versuche, den Hai zu befreien, waren Ende September und Anfang Oktober gescheitert. Dabei wurden Netze gespannt und Boote eingesetzt, die Wasserstrahlen abfeuerten. Bukangi wich den Booten aus und schwamm über die Netze hinweg.

Schaulustige bei der zweiten Rettungsaktion am 2. Oktober

Schaulustige bei der zweiten Rettungsaktion am 2. Oktober

Foto: Kim Soo-hyeon / REUTERS

Dieses Mal bewegten Einsatzkräfte mehrere Pontons durch den Kanal, um den Hai mithilfe von Netzen hinauszutreiben. Helfer auf der Plattform drängten ihn mit Rudern zurück, sobald er sich näherte. Die Stadt übertrug den Einsatz live im Internet.

Warum das Tier sich in den Kanal verirrte und nicht selbst ins offene Meer fand, ist nicht abschließend geklärt. Er könnte sowohl von den Fischen als auch von den hohen Wassertemperaturen angelockt worden sein, vermuten Fachleute. Sie betonten aber auch, dass es dem Hai vermutlich nicht gut gehe und er im Kanal kaum Nahrung zu sich genommen habe. Im Winter sinken die Wassertemperaturen im Kanal, weshalb man sich entschieden habe, ihn zurück ins Meer zu treiben.

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Am Abend (Ortszeit) wurde Bukangi Berichten zufolge außerhalb des Kanals nahe einem Anleger gesichtet. »Wir werden das große Interesse, das die Menschen Bukangi und den Gewässern von Busan entgegengebracht haben, nie vergessen«, schrieb der Bürgermeister der Stadt, Chun Jae-soo, auf Facebook . »Wir hoffen, dass Bukangi ein gesundes Leben im blauen Meer führen kann.«

esw/AP/dpa

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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