In Spanien ist die Zahl der Opfer bei einer Kollision von zwei Hochgeschwindigkeitszügen auf mindestens 64 Menschen gestiegen. Das teilte die Regionalregierung von Kastilien-La Mancha mit. Es könne weitere Tote geben, »weil es bislang noch nicht möglich war, bis ins Innere aller Waggons vorzudringen«, sagte der Präsident der Region Kastilien-La Macha, Emiliano García-Page. Dutzende Menschen seien verletzt. Insgesamt sollen sich mehr als 500 Menschen an Bord der beiden Züge befunden haben.
Der Unfall ereignete sich etwa 150 Kilometer südlich von Madrid zwischen den Gemeinden Urda und Orgaz in der zentralspanischen Provinz Toledo. Dort kollidierte ein Zug des privaten Bahnunternehmens Iryo mit einem Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe. Zwei Waggons von einem der Züge stürzten einen Bahndamm hinunter.
Die Ursache des Zusammenstoßes ist noch unklar. Der Iryo-Zug war offenbar aus bislang unbekannten Gründen zum Stehen gekommen. Der nachfolgende Renfe-Zug sei auf ihn aufgefahren, hieß es aus Kreisen des spanischen Bahnnetzbetreibers Adif. Beide Züge waren in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs. Nach ersten Ermittlungen könnte menschliches Versagen die Ursache sein, berichten »El País« und TVE. Ein Mitarbeiter des Kontrollzentrums in Madrid habe möglicherweise dem Renfe-Zug irrtümlich grünes Licht gegeben, hieß es. Ein Sprecher der spanischen Eisenbahngewerkschaft sagte: »Ich sage schon seit Langem, dass der Zustand unseres Bahnnetzes nicht angemessen ist.«
»Wir trauern mit unseren spanischen Freunden«
Der spanische Ministerpräsident Sánchez sprach den Betroffenen und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er sei »bestürzt über das schwere Zugunglück in Toledo«, schrieb Sánchez bei X . Auch König Felipe VI. bekundete den Angehörigen der Toten sein Beileid und versicherte ihnen Unterstützung. Zugleich würdigte er die Einsatzkräfte und alle Helfer, die unter schwierigen Bedingungen vor Ort Hilfe leisteten
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb auf der Plattform X, die Nachricht mache ihn »tief betroffen«. »Wir trauern mit unseren spanischen Freunden und allen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Den Verletzten wünsche ich, dass sie rasch wieder gesund werden.«
EU-Ratspräsident António Costa drückte den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus und wünschte den Verletzten schnelle Genesung. Er dankte den Rettungskräften und schrieb: »Meine ganze Unterstützung gilt dem spanischen Volk in diesen Stunden der Trauer.« Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach den Familien und Angehörigen der Opfer des Zugunglücks ihr Beileid aus. »Heute trauert ganz Europa mit euch«, schrieb sie . Bahn-Chefin Evelyn Palla sagte, das Zugunglück in Spanien mache sie fassungslos. »Es trifft die Eisenbahnfamilie mitten ins Herz«.
Verband sagt Fußballspiele ab
Der spanische Fußballverband RFEF sagte nach dem Zugunglück den heutigen Pokal-Spieltag ab. Alle geplanten 24 Spiele werden verschoben, teilte der Verband mit. Die Entscheidung sei ein »Zeichen des Respekts und der Solidarität mit allen Opfern des tragischen Zugunglücks«, schreibt der RFEF. »Die große spanische Fußballfamilie ist in ihrer Trauer über diese Tragödie vereint und bietet den Behörden ihre Unterstützung an, um den Opfern dieses verheerenden Unfalls zu helfen.«
Bereits im Januar kam es in Spanien zu einem schweren Zugunglück . Bei Adamuz in Andalusien entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug und stieß mit einem entgegenkommenden Zug von Renfe zusammen. Bei dem Unglück kamen 46 Menschen ums Leben, mehr als 150 wurden verletzt.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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