Wenige Tage nach der Facebook-Mutter Meta hat auch der Snapchat-Mutterkonzern Snap einen US-Prozess um mutmaßliche Social-Media-Sucht mit einem Vergleich abgewendet. Das teilten die Anwälte der Klägerinnen am Montag mit. Snap teilte mit, das Unternehmen sei erfreut, diese Angelegenheit einvernehmlich beilegen zu können.
Bereits für diesen Mittwoch waren die Eröffnungsplädoyers vor einem Gericht in Los Angeles geplant. Die beiden Klägerinnen hatten Snapchat vorgeworfen, so konzipiert zu sein, dass sie die App abhängig mache. Die Folge seien Depressionen, Angstzustände und Essstörungen. Wie viel Geld Snap im Rahmen des Vergleichs zahlen wird, wurde nicht bekannt.
»Unser oberstes Ziel ist es, diese Social-Media-Unternehmen dafür zur Verantwortung zu ziehen, wie sich ihr Handeln auf Millionen von Kindern im ganzen Land ausgewirkt hat, und diese Vergleiche ermöglichen es uns, weiter auf dieses Ziel hinzuarbeiten«, teilten die Anwälte der beiden Klägerinnen mit. Sie seien stolz darauf, Gerechtigkeit für ihre Mandanten erreicht zu haben.
Tausende Klagen in den USA
Erst am Freitag hatte Meta einen Prozess mit einem Vergleich abgewendet. Ein Klägerinnen-Anwalt sprach von einer »gerechten« Vereinbarung. Die Inhalte des Vergleichs wurden auch in diesem Fall nicht bekannt.
In den vergangenen Jahren sind in den USA Tausende Klagen wegen des Vorwurfs eingereicht worden, Social-Media-Plattformen würden Kindern und Jugendlichen schaden. Ein erstes solches Musterverfahren ging im März in Los Angeles mit einer wegweisenden Entscheidung zu Ende: Eine Jury verurteilte Meta und Google zur Zahlung von sechs Millionen Dollar an eine 20-jährige Klägerin. Diese hatte Instagram und YouTube vorgeworfen, sie als Minderjährige abhängig gemacht und ihr schwere psychische Schäden zugefügt zu haben.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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