Nach der Parlamentswahl in Serbien hat der langjährige Präsident Aleksandar Vučić die Niederlage seiner seit vielen Jahren herrschenden Fortschrittspartei eingestanden. Zwar lägen noch keine endgültigen Ergebnisse vor, auf Basis von Hochrechnungen sei jedoch klar, dass seine Partei die Wahl verloren habe, sagte Vucic am Sonntagabend vor seinen Anhängern im Parteihauptquartier in Belgrad. Die Wahlbeteiligung hatte bereits vor Schließung der Wahllokale den höchsten Wert seit mehr als 30 Jahren erreicht, in den Monaten vor der Wahl hatte eine von Studenten getragene Protestbewegung massiv gegen die Regierung mobilisiert.
Rund 6,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren offiziellen Angaben zufolge dazu aufgerufen, die 250 Abgeordneten der Volksversammlung (Skupstina) zu wählen. Umfragen sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) des Langzeitherrschers Aleksandar Vučić und der Liste »Die Studenten siegen« der neuen Studentenbewegung voraus.
In wechselnden Funktionen bestimmt der 56-jährige Vučić bereits seit 2012 die Politik des Landes. Kritiker werfen ihm Korruption und Verbindungen zur Organisierten Kriminalität vor. Er war Ende September von seinem Amt als Staatspräsident zurückgetreten, um im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei Regierungschef zu werden.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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