Akku in der Sattelstütze, hydraulische Bremsen, 19,5 kg: Das Klapprad-E-Bike Fiido D11 2025 kostet unter 1000 Euro. Wie gut ist es?
Viele günstige Klapprad-E-Bikes haben klobige Rahmen, dicke Akkus und ein wenig elegantes Design. Das Fiido D11 2025 zeigt, dass es auch anders geht: Der 20-Zoll-Falter kommt ausgesprochen schlank und wirklich schick daher. Der Rahmen hat klare Linien, der kleine Hinterrad-Nabenmotor fällt kaum auf. Den Akku entdeckt man auf den ersten Blick gar nicht.
Neu ist das Konzept nicht: Die erste Fassung des D11 hatten wir schon 2020 im Test, Fiido D11 (Testbericht). Damals bremste es mechanisch, heute hydraulisch. Das D11 kostet 999 Euro (Fiido). Wie schlägt sich das Klapprad-E-Bike gegen das hervorragende Urtopia Carbon Fold 2 (Testbericht)?
Design und Ausstattung: Schick und schnörkellos
Der Trick: Fiido hat die Batterie in die ovale Sattelstütze integriert. Die fällt damit recht voluminös aus – dafür entfällt der Akku am oder im Rahmen, wie er bei vielen Klapprad-E-Bikes üblich ist. Das Ergebnis ist ein puristisches Faltrad, dem man den elektrischen Antrieb kaum ansieht.
Auch bei der Ausstattung bleibt das D11 puristisch, Fiido beschränkt sich auf Beleuchtung und Seitenständer. Kunststoff-Schutzbleche liegen bei, müssen aber (wenn gewünscht) selbst montiert werden. Einen Gepäckträger gibt’s serienmäßig nicht, er ist als Zubehör extra zu bestellen. Wer das D11 zum Pendeln oder Einkaufen nutzen möchte, muss den Träger also erst einmal nachrüsten.
Fiido D11 Bilder
Fiido D11
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Aufbau: Schnell auf der Straße
Das Fiido D11 kommt in einem für ein Faltrad eher großen Karton von 145 × 75 × 25 cm. Bevor es auf die Straße gehen kann, sind noch ein paar Handgriffe nötig: Das Vorderrad muss eingesetzt werden, außerdem sind die beiden Pedale und der Seitenständer zu montieren. Das Werkzeug dafür – ein Gabel- und ein Inbusschlüssel – liegt bei. Wichtig: Vor der ersten Fahrt sämtliche sicherheitsrelevanten Schraubverbindungen und die Funktion der Bremsen kontrollieren.
Im Karton finden sich ferner zwei recht robuste Schutzbleche aus schwarzem Kunststoff. Wir haben sie aus optischen Gründen nicht montiert. Da das Wetter im Testzeitraum mitspielte, war das kein Nachteil. Pendler, die regelmäßig bei Regen oder auf nassen Straßen unterwegs sind, sollten die Schutzbleche aber auf jeden Fall anbringen.
Mit gewogenen 19,5 kg (ohne Schutzbleche) gehört das Fiido D11 zu den leichteren Klapprad-E-Bikes – bemerkenswert, weil etliche Konkurrenten mit ähnlichem Gewicht ein Vielfaches kosten. Leichter sind das Engwe P20 (Testbericht) mit 18,5 kg und besonders das Urtopia Carbon Fold 2 (Testbericht) mit rund 16 kg.
Falten: Einfaches Prinzip, kleine Schwächen
Das Falten funktioniert in drei Schritten: Zunächst den großen Hebel am Hauptrohr öffnen und den Rahmen mittig falten. Anschließend den Lenker per Schnellverschluss nach unten klappen und schließlich die Sattelstütze absenken, bis sie unten aus dem Rahmen ragt.
Mit etwas Übung geht das recht flott, im Detail gibt es allerdings Verbesserungspotenzial: Zum Entriegeln des Lenkers muss man neben dem eigentlichen Verschlusshebel einen großen Knopf im Steuerrohr drücken. Das klappt nicht immer auf Anhieb und erfordert gelegentlich etwas Fingerspitzengefühl.
Fiido D11 heise bestenlisten
Zusammengelegt misst das D11 rund 80 × 40 × 75 cm, ungefähr das Niveau anderer Klapprad-E-Bikes mit 20-Zoll-Laufrädern. Im Kofferraum lässt es sich so gut unterbringen. An die kompakten Faltmaße eines „klassischen“ 16-Zoll-Falters reicht es (wie alle anderen 20-Zöller auch) jedoch nicht heran.
Ein Nachteil des Fiido zeigt sich beim Abstellen: Das gefaltete Rad steht auf der nach unten durchgeschobenen Sattelstütze nicht besonders sicher. Hinzu kommt, dass kein Magnet oder anderer Mechanismus die beiden Rahmenhälften zusammenhält. Beim Anheben oder Rollen können sie deshalb wieder auseinanderklappen – dieselbe Schwäche hat das Touroll S3 (Testbericht).
Das ist kein gravierender Fehler, macht den Transport aber unsicher. Abhilfe schafft ein Expander, der Vorder- und Hinterbau verbindet. Komfortabler wäre freilich eine Fixierung ab Werk.
Wohl dem niedrigen Preis geschuldet sind die nicht klappbaren Pedale. Sie sind zwar robust, stehen beim gefalteten Rad aber seitlich hervor. Wer das Rad regelmäßig in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnimmt, dürfte sich daran stören.
Fahren: Unauffällig, munter und wendig
Für den elektrischen Vortrieb sorgt ein kompakter, bürstenloser Hinterrad-Nabenmotor von Bafang. Er leistet 250 W und entwickelt ein maximales Drehmoment von 35 Nm. Das klingt zunächst bescheiden, zumal moderne Mittelmotoren häufig mit mehr als dem Doppelten aufwarten.
Allerdings treibt ein Nabenmotor das Hinterrad direkt an, während ein Mittelmotor seine Kraft über Kette oder Riemen überträgt. Die Nm-Werte beider Bauarten lassen sich deshalb nur bedingt vergleichen.
Im Test erweißt sich der Bafang-Antrieb als ausgesprochen munter, schon in der niedrigsten der drei Unterstützungsstufen schiebt er spürbar an. Der Motor setzt beim Anfahren kräftig ein und erleichtert das Beschleunigen im Stadtverkehr. Dabei arbeitet er erfreulich leise: Im normalen Straßenverkehr ist er kaum zu hören.
Die drei Unterstützungsstufen erlauben eine gute Anpassung an Strecke und gewünschte Leistung. Auf normalen Stadtrouten und in mäßig hügeligem Gelände reicht die Motorleistung vollkommen aus. Für steilere Anstiege ist das D11 aber nicht konzipiert.
Auch ohne Motorunterstützung lässt sich das Fiido ordentlich bewegen. Das vergleichsweise geringe Gewicht, die schlanke Bereifung und die zuverlässige Kettenschaltung sorgen dafür, dass sich das D11 auch dann wie ein Fahrrad anfühlt.
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Mit seinen 20-Zoll-Laufrädern ist das D11 ein typischer Stadtflitzer. Die kleinen Räder machen es wendig und vermitteln ein direktes Fahrgefühl. Auf glattem Asphalt rollt das Fiido angenehm, auf Kopfsteinpflaster oder schlechten Wegen gibt es Unebenheiten hingegen merklich stärker an den Fahrer weiter als Klapprad-E-Bikes mit großvolumigen Reifen.
Die Sitzposition ist eher kompakt, der Abstand zwischen Sattel und Lenker relativ kurz. Für Stadtfahrten passt das, für Fahrer ab rund 1,90 m Größe stoßen die Einstellmöglichkeiten an Grenzen. Gerade der Lenker lässt sich nicht so variabel anpassen wie bei manchen anderen Falträdern.
Akku: Die große Stärke des Fiido
Mit 417 Wh bietet der Akku des D11 für ein vergleichsweise leichtes und preisgünstiges Klapprad-E-Bike eine beachtliche Kapazität. Er ist in der Sattelstütze untergebracht – praktisch im Alltag, da komplett herausnehmbar. Die Akku-Stütze lässt sich damit separat transportieren (etwa im Rucksack), der Rest des Rads wird beim Tragen merklich leichter. Dasselbe Prinzip nutzt das günstigere Kukirin V2 (Testbericht).
Zudem kann man den Akku zum Laden ohne Rad in die Wohnung bringen – ideal, wenn das Faltrad in einem Keller, einer Garage oder einem Fahrradraum steht. Nicht zuletzt ist es im Winter ratsam, die Batterie über Nacht im Warmen zu lagern, da Kälte die Akku-Leistung reduziert. Mit dem Motor verbunden ist die Batterie über ein Spiralkabel mit Steckverbinder, das man beim Ausbau der Sattelstütze abziehen muss.
Die vom Hersteller genannte Reichweite von bis zu 86 km ist wohl nur unter Idealbedingungen machbar. In unserem Test schlug sich das D11 dennoch recht wacker: Nach gut 65 km im welligen Gelände, gefahren in der niedrigsten Unterstützungsstufe (Eco), zeigte die fünfstufige Akku-Anzeige noch einen Balken. Bei maximaler Unterstützung war die Batterie nach rund 45 km leer, auf Stufe eins im eher flachen Gelände nach etwa 75 km.
Das mitgelieferte Ladegerät fällt recht kompakt aus. Es passt auch in einen kleineren Rucksack und lässt sich deshalb problemlos mitnehmen. Das vollständige Laden des leeren Akkus dauert gut sechs Stunden.
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Schaltung und Bremsen
Die Kraftübertragung übernimmt eine konventionelle Kette mit einer Siebengang-Schaltung von Shimano. Die Übersetzungsbandbreite liegt bei rund 255 % – ein respektabler Wert für ein Faltrad. Das Kettenblatt hat 52 Zähne, die Kassette reicht von 11 bis 28 Zähnen. Das bietet genügend Abstufungen, um die Trittfrequenz gut an Geschwindigkeit und Gelände anzupassen.
Auch bei höherem Tempo kann man noch ordentlich mittreten, die kleinste Übersetzung genügt für nicht allzu starke Steigungen. Bei sehr steilen Anstiegen stößt die Übersetzung aber an ihre Grenzen, insbesondere wenn der Akku leer oder der Fahrer schwer und mit viel Gepäck unterwegs ist.
Bei den Bremsen hat Fiido dem D11 vorn und hinten hydraulische Scheibenbremsen mit jeweils 160 mm großen Scheiben spendiert. Sie verzögern kräftig, lassen sich gut dosieren und wirkten während der Testfahrten zuverlässig: Auch bei höherem Fahrergewicht oder mit mehr Gepäck haben sie genügend Reserven.
Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 120 kg. Bei 19,5 kg Radgewicht bleiben also rund 100 kg für Fahrer und Zuladung. Das ist eher knapp, das Uto Pro 20 (Testbericht) etwa erlaubt 130 kg.
Preis
Fiido verkauft das D11 im eigenen Shop für 999 Euro (Fiido). Der Gepäckträger kostet 59 Euro extra.
Fazit: Günstig und schick
Das Fiido D11 überzeugt mit seinem ausgewogenen Gesamtpaket. Für weniger als 1000 Euro erhält man ein attraktiv gestaltetes, vergleichsweise leichtes Klapprad-E-Bike mit gutem Antrieb, recht großem Akku, prima Schaltung und zuverlässigen Bremsen.
Der leise Bafang-Motor unterstützt schon in der niedrigsten Stufe kräftig genug, um das Rad zügig durch den Stadtverkehr zu bewegen. Die Siebengang-Schaltung bietet einen vernünftigen Übersetzungsbereich, die hydraulischen Scheibenbremsen verzögern zuverlässig.
Die Reichweite ist eine klare Stärke des D11. Dass sich der Akku herausnehmbar in der Sattelstütze versteckt, ist eine ebenso elegante wie praktische Lösung.
Die Schwächen betreffen hauptsächlich das Falten: Es könnte geschmeidiger ablaufen, das gefaltete Rad steht nicht besonders sicher. Ohne zusätzliche Fixierung lässt es sich überdies nur recht wackelig rollen. Auch klappbare Pedale wären wünschenswert.
Wer ein schickes, zuverlässiges und zugleich mehr als bezahlbares Klapprad-E-Bike für Stadt und (nicht allzu hügeliges) Umland sucht, trifft mit dem Fiido D11 eine gute Wahl. Wer das Rad oft tragen muss, ist mit dem rund 16 kg leichten, aber auch deutlich teureren Urtopia Carbon Fold 2 (Testbericht) besser bedient.
Source: Heise · Wolfgang Preß
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