Ein als Chinas erster KI-Kinofilm beworbener Science-Fiction-Streifen ist an den Kinokassen gefloppt. »Sanxingdui: Future Past« spielte laut einer Auswertungsplattform für Kinoeinnahmen seit seinem Start am 23. Oktober lediglich rund 1,7 Millionen Yuan ein, das entspricht knapp 230.000 Euro.
Gekostet haben soll die Produktion des Films laut Medienberichten über zehn Millionen Yuan, der Nachrichtenagentur AFP zufolge waren fast 100 Personen an der Entstehung beteiligt. Wie eine Ticketplattform angab, waren allein für den Starttag des Films 10.000 Vorführungen geplant, trotz eines schleppend laufenden Vorverkaufs .
In dem rund 100 Minuten langen KI-Film gerät die Menschheit ausgerechnet durch ihre Abhängigkeit von KI in eine Krise. Hinweise auf einen Ausweg stecken in rätselhaften, jahrtausendealten Zeichen aus China.
Steife Gesichter und unstimmige Bewegungen
Sämtliche Bilder und ein Teil des Tons sind nach Angaben der Macher KI-generiert. Die kreativen Entscheidungen trafen jedoch Menschen.
In Onlinebewertungen bemängelten Rezensenten unter anderem steife Gesichtsausdrücke, unstimmige Bewegungen und eine schwer nachvollziehbare Handlung. Ein Besucher störte sich etwa daran, dass die Gesichter mal glattgebügelt, mal deutlich rauer wirkten.
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Von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua war der Film zum Kinostart noch als technischer Fortschritt vorgestellt worden. Der Bericht hob positive Reaktionen von Branchenvertretern und Zuschauern einer Sondervorführung hervor und schilderte, wie KI die alte chinesische Kultur auf der Leinwand zum Leben erwecke.
Produzenten sprechen von einem Experiment
Die Produzenten des Films erklärten derweil bereits vor dem Kinostart im Interview mit »Beijing News«, sie hätten von Anfang an keine großen Kinoeinnahmen erwartet. Es sei darum gegangen, neue Möglichkeiten der Filmherstellung auszuprobieren. Zweieinhalb Jahre habe die Arbeit gedauert, immer wieder seien Bilder überarbeitet worden.
Die KI entwickle sich allerdings schneller, als ein Film fertig werde, hieß es außerdem. Auf der Leinwand sei deshalb der technische Stand von einigen Monaten zuvor zu sehen.
In einem »Guardian«-Artikel zum Film heißt es, man habe den Film in einem fast leeren Kino in Peking angeschaut. Dabei sei man zu dem Fazit gekommen, dass er nicht schlechter sei als viele andere, auf Menschen fokussierte, hirnlose Actionfilme. Darauf folgt im Artikel aber noch dieser Nachsatz: »Na gut, vielleicht doch ein bisschen schlechter.«
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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