Russland ist offenbar bereit, Iran 90 Abschussvorrichtungen für luftgestützte Lenkflugkörper zu verkaufen. Das berichtet der »Guardian«. Die Nachricht wurde fast zeitgleich publik mit einem Treffen zwischen Wladimir Putin und Irans Sicherheitschef Mohsen Resaei.
Die beiden haben nach iranischen Angaben in Moskau unter anderem Gespräche über den möglichen Bau einer Gaspipeline zwischen den beiden Ländern geführt.
Der Bau einer Pipeline würde es ermöglichen, »den Gasmangel auf dem Binnenmarkt in Iran zu beheben«, sagte Resaei vor Journalisten. Zudem könne so das »Durchleiten von russischem Gas in die Nachbarländer« gewährleistet werden.
Die Islamische Republik leidet infolge des von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Kriegs unter einem verstärkten Erdgasmangel. Nach Angaben aus Teheran wurden Gasanlagen vor allem im Süden des Landes von US-Angriffen getroffen, Raffinerien fielen aus. Ende Oktober riefen die Behörden die Menschen in Iran zu Einsparungen beim Gasverbrauch auf.
Resaei sagte den Angaben zufolge weiter, Putin habe bei dem Treffen mit Blick auf die Golfregion »die Notwendigkeit regionaler Sicherheitsmechanismen« und »die Unzulässigkeit jeglicher Einmischung von äußeren Kräften« betont. Anfang Oktober hatte Putin seinem iranischen Kollegen Masoud Pezeshkian laut Medienberichten zugesichert, »alles« zu tun, um zu einem Ende des Kriegs in der Golfregion beizutragen.
Iran meldet Brände auf fünf Tankern und einem Schlepper in der Straße von Hormus
In der Straße von Hormus sind nach iranischen Angaben derweil fünf Öltanker und ein Schlepper in Brand geraten. Die Revolutionswächter berichteten am Donnerstag von zwei betroffenen Tankern und einem Schlepper, die iranische Armee meldete drei weitere Tanker, die auf Seeminen gefahren seien. Eine unabhängige Bestätigung der Vorfälle durch Schifffahrtsbehörden lag zunächst nicht vor:
Ein großer Öltanker sei in der Nacht auf eine Mine gefahren und habe Feuer gefangen, erklärten die Revolutionswächter laut der Nachrichtenagentur Fars. Das Schiff habe versucht, eine »illegale Passage südlich der Straße von Hormus« zu durchqueren.
Ein Schlepper, der sich dem zweiten Tanker zum Löschen genähert habe, sei ebenfalls in Brand geraten.
Ein weiterer Tanker sei beim Verlassen des östlichen Teils der Meerenge durch einen Großbrand zum Stillstand gekommen.
Später meldete die iranische Armee drei weitere Zwischenfälle. Am frühen Morgen sei ein Öltanker östlich der Meerenge auf eine Seemine gefahren.
Gegen Mittag hätten in den dortigen Gewässern zwei weitere Tanker Minen getroffen und Feuer gefangen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Irna.
Die britische Überwachungsstelle UKMTO meldete unterdessen einen Angriff auf einen Tanker rund 90 Kilometer vor der Nordküste Katars. Das Schiff sei von zwei nicht identifizierten Geschossen getroffen worden. Zu Schäden oder möglichen Opfern machte UKMTO keine Angaben. Der Angriffsort liegt etwa 500 Kilometer westlich der Straße von Hormus.
Die Nachrichtenagentur Fars berichtete außerdem, die Einheit für elektronische Kriegsführung der Marine der Revolutionswächter habe zwei Drohnen des in den USA entwickelten Typs Lucas unter ihre Kontrolle gebracht.
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Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar hat Teheran die für den weltweiten Handel mit Öl und Gas wichtige Meerenge weitgehend blockiert. Durch die für den weltweiten Ölhandel wichtige Wasserstraße wird normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert. Iran greift dort regelmäßig Schiffe an, denen er eine Durchfahrt ohne seine Genehmigung vorwirft.
Die USA haben als Reaktion darauf eine Seeblockade iranischer Häfen verhängt und unterstützen Schiffe bei der Durchfahrt durch die Meerenge.
Das US-Militär erklärte im vergangenen Monat, es habe den Golfstaaten seit dem Sommer geholfen, 1,5 Milliarden Barrel Öl durch die Straße von Hormus zu exportieren.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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