China plant, vor 2030 mit bemannter Besatzung auf dem Mond zu landen. Das berichten unter anderem »Ars Technica«  und »Space News«  sowie die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua . Demnach habe Wang Xiang, der Chefkonstrukteur des chinesischen Mondforschungsprogramms, die Pläne am vergangenen Wochenende beim 7th Manned Space Symposium in Peking vorgestellt.

Laut »Ars Technica« sind dies die bisher detailliertesten öffentlichen Angaben über das chinesische Mondprogramm. Die Landung, die China den Berichten zufolge »vor 2030« anpeilt, soll ein sogenanntes Rendezvous beinhalten, bei dem zwei Flugkörper im All aneinander andocken. Demnach soll eine erste Rakete vom Typ »Langer Marsch 10« die Mondlandefähre Lanyue in die Mondumlaufbahn bringen, eine zweite Rakete soll das Raumschiff Mengzhou mit einer Besatzung transportieren. Zwei von drei Crewmitgliedern sollen nach dem Rendezvous in die Landefähre umsteigen, um auf der Mondoberfläche zu landen, und danach zu Mengzhou zurückkehren.

Xinhua zitiert Wang mit den Worten, der Ansatz passe zu Chinas bestehenden technischen Fähigkeiten und Infrastrukturen. Die separate Entwicklung des Raumschiffs und der Mondlandefähre könne dazu beitragen, die Produktion zu standardisieren. Den Berichten zufolge beinhaltet der Zeitplan in den kommenden Jahren außerdem unbemannte Testflüge der involvierten Flugkörper.

Für Nasa steht bei Wettlauf zum Mond viel auf dem Spiel

Neben China haben sich auch die USA zum Ziel gesetzt, Menschen zum Mond zu bringen. Im Rahmen des Artemis-Programms flog die Artemis-2-Crew im April 2026 einen historischen zehntägigen Testflug um den Mond. Für 2027 ist die Artemis-3-Mission  vorgesehen. Die erste bemannte Mondlandung der Nasa im Rahmen des Artemis-Programms ist dann für 2028 geplant. In der Raumfahrt ist es allerdings nicht unüblich, dass sich Zeitpläne verschieben.

Die technischen Meilensteine des chinesischen Mondprogramms sind von außen schwierig zu bewerten. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur verläuft die Entwicklung der Trägerrakete, des Raumschiffs und des Mondlanders bisher »reibungslos«. Zwar macht das Programm laut Beobachtern durchaus Fortschritte, doch Rückschläge gibt es dabei auch: etwa den Fehlstart der Trägerrakete »Langer Marsch 7A« im August, die kurz nach Start explodierte.

Nasa-Vertreter wie Vizechef Amit Kshatriya halten es für essenziell, dass der Westen den Wettlauf zum Mond gewinnt: »Stellen Sie sich vor, China landet auf dem Mond und teilt der Welt nicht mit, was es dort tut. Keine Daten, keine Kooperation, keine gemeinsamen Standards«, sagte er in einem SPIEGEL-Interview. »Wir haben jahrzehntelang daran gearbeitet, Raumfahrt als etwas zu etablieren, das allen gehört. Wenn wir beim Mond zu spät kommen, riskieren wir, dass wir die Regeln nicht mehr mitgestalten können.«

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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