Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 stellt ihre Teletext-Angebote Anfang 2027 ein. Betroffen sind neben Sat.1 und ProSieben auch Kabel Eins, Sixx, Sat.1 Gold, ProSieben Maxx und Kabel Eins Doku. Das kündigen ProSieben und Sat.1 in einer Mitteilung „in eigener Sache“ auf der ersten Seite ihrer Teletexte an, wie zuerst das Medienmagazin DWDL.de berichtete.
Ein Sendersprecher begründete die Entscheidung gegenüber DWDL.de mit der geringen Nutzung: „Das Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer an unseren Teletext-Angeboten tangiert gegen Null.“ Die Website von Joyn, dem Streamingdienst der Sendergruppe, habe den Videotext als Informationsquelle schon länger abgelöst.
Mit diesem Hinweis informieren ProSieben und Sat.1 über das bevorstehende Aus des Teletexts.
(Bild: ProSiebenSat.1)
Abschied auf Raten
Der Schritt kommt nicht überraschend: Schon Anfang 2025 hatte ProSiebenSat.1 den Teletext seiner Sender deutlich zusammengestrichen. Seitdem gibt es dort nur noch Programminformationen. Wer auf Seite 111 nach Nachrichten sucht, wird auf die News-Seite von Joyn verwiesen. Die Kürzung hatte die Sendergruppe damals damit begründet, dass Zuschauer im Teletext ohnehin fast nur noch nach dem Fernsehprogramm gesucht hätten.
Mit dem Teletext entfällt bei ProSiebenSat.1 auch die Möglichkeit, Untertitel über den Videotext einzublenden. Untertitel sollen sich künftig direkt über die Einstellungen des Fernsehers oder des Receivers aktivieren lassen. Damit folge man dem Vorgehen anderer großer Medienhäuser, erklärte der Sprecher gegenüber DWDL.de. „Die Untertitelung fällt nicht weg, sondern lediglich der technische Zugangsweg verändert sich.“
Auch andere Sender bauen ihre Angebote ab. Das ZDF hat laut DWDL.de bereits Sportnachrichten und Börsenkurse aus seinem Teletext gestrichen. Mehrere Dritte Programme betreiben inzwischen kein eigenes Angebot mehr und übernehmen stattdessen den ARD-Text.
Ursprung bei der BBC
Teletext stammt aus der Zeit des analogen Fernsehens: Die Textseiten wurden in der Austastlücke des Fernsehsignals übertragen und lassen sich über eine Seitennummer auf der Fernbedienung abrufen. Den Anstoß gaben Versuche der BBC, Untertitel für Hörgeschädigte parallel zum Fernsehbild zu senden. In Großbritannien entstand daraus Anfang der 1970er-Jahre der Dienst Ceefax.
In Deutschland zeigten ARD und ZDF das System erstmals auf der IFA 1977. Am 1. Juni 1980 nahmen die beiden Sender ihren gemeinsamen Videotext in Betrieb, zunächst mit 60 Seiten und als Feldversuch, der erst 1990 in den Regelbetrieb überging.
(dahe)
Source: Heise · Daniel Herbig
At a glance
- Topic
- Technology
- Country
- 🇩🇪 DE
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira