Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) sieht angesichts der PHP-Sicherheitslücke Aufholbedarf beim Schutz vor Cyberangriffen. »Wir sehen hier zudem vor allem Bund und Länder in der Verantwortung, entsprechende Strukturen zum besseren Schutz und zur schnellen Reaktionsfähigkeit im Krisenfall bereitzustellen«, sagte ein Verbandssprecher der »Rheinischen Post«.

Die Kommunen hätten in diesem Bereich bereits große Fortschritte gemacht. Trotzdem gebe es in vielen Städten und Gemeinden noch Defizite, sagte der Sprecher. Grund dafür seien unter anderem fehlende personelle und finanzielle Ressourcen sowie »die rasant steigenden Anforderungen in diesem Bereich, nicht zuletzt mit Blick auf die immer kürzeren Reaktionszeiten bei Bedrohungen«. Im Fall der PHP-Sicherheitslücke hätten die Kommunen allerdings »schnell und verantwortungsvoll reagiert«, indem sie ihre Websites vorsorglich vom Netz genommen hätten.

Bundesverwaltung offenbar nicht betroffen

In der weitverbreiteten Programmiersprache PHP, dem technischen Fundament für einen Großteil aller weltweiten Websites, waren am Mittwoch zwei kritische Schwachstellen  bestätigt worden. Unter dem Namen »PHP2Shell« ermöglichen diese Fehler Kriminellen, aus der Ferne eigenen Schadcode auf Servern auszuführen. Behörden weltweit warnten vor der Lücke und forderten Betreiber von Websites auf, umgehend ein Sicherheitsupdate zu installieren.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat unterdessen Entwarnung für den Bund gegeben. Es gebe »aktuell keine Hinweise auf eine erfolgreiche Kompromittierung von Systemen der Bundesverwaltung«, sagte der CDU-Politiker der »Bild« . Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und das zentrale IT-Dienstleistungsunternehmen des Bundes hätten gemeinsam »sehr schnell und klar reagiert«. Dass Websites der Bundesverwaltung am Mittwoch vorsorglich vom Netz genommen wurden, sei »die richtige Entscheidung« gewesen.

Sein Parteikollege und Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste, Marc Henrichmann, hatte zuvor im »Handelsblatt«  vor einer neuen Dimension der Cyberbedrohung gewarnt. Künstliche Intelligenz mache aus Schwachstellen, die bisher als kaum ausnutzbar gegolten hätten, in kurzer Zeit »echte Einfallstore«. Der Fall zeige auch, wie verwundbar staatliche Einrichtungen seien, wenn zentrale Software über Jahre unentdeckte Fehler enthalte.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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