Das rasante Geschäftswachstum bei der für ihre Zusammenarbeit mit US-Sicherheitsbehörden bekannten Datenanalyse-Firma Palantir setzt sich fort. Für das laufende Vierteljahr sagte Palantir bei der Vorlage der Zahlen am Montag einen Umsatz von rund 2,65 Milliarden Dollar voraus. Das wäre ein Zuwachs von rund 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Zuletzt war der Umsatz im Jahresvergleich um 96 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar gestiegen. Unter dem Strich wuchs der Quartalsgewinn im Jahresvergleich um 49 Prozent auf 1,13 Milliarden Dollar. Palantir ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert und liefert unter anderem Software, mit der Geheimdienst- und Militärinformationen analysiert werden. Was technisch dahintersteckt und wie diese Software Organisationen und Machtstrukturen verändert, beleuchtet eine ausführliche Analyse der Palantir-Architektur.
Hohe Nachfrage in den USA
Das aktuelle Wachstum kommt vor allem aus dem US-Geschäft, wie der Quartalsbericht von Palantir zeigt. Die Erlöse im Heimatmarkt waren im vergangenen Vierteljahr mit 1,94 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Das Geschäft mit amerikanischen Regierungsbehörden wuchs um 96 Prozent auf 953 Millionen Dollar. Software von Palantir wird unter anderem vom Heimatschutzministerium und vom Pentagon eingesetzt – Medienberichten zufolge auch im Iran-Krieg. Das Geschäft mit Unternehmen in den USA stieg um 148 Prozent auf 984 Millionen Dollar.
Großbritannien schloss im September 2025 einen Milliardenvertrag mit Palantir und investiert eine Milliarde US-Dollar in militärische Palantir-Produkte. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) prüft den bundesweiten Einsatz der Palantir-Software in deutschen Sicherheitsbehörden. Kritiker warnen unterdessen vor den Folgen: Wenn Big Data zur Staatsräson wird, stellt sich die Frage, wer den Preis dafür zahlt.
(rie)
Source: Heise · Carolin Riethmüller
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