Er soll ein kleines Mädchen missbraucht und Darstellungen sexueller Gewalt gegen Kinder besessen haben: Der österreichische Kabarettist Günther Paal hat sich vor Gericht schuldig bekannt. Das Urteil könnte schnell fallen.

22.10.2026, 13.01 Uhr

Kabarettist Günther Paal vor Gericht in Wien Kabarettist Günther Paal vor Gericht in Wien

Kabarettist Günther Paal vor Gericht in Wien

Foto: Hans Klaus Techt / APA-Images / picture alliance

In Wien ist der Prozess gegen den österreichischen Kabarettisten Günther Paal gestartet. Gleich zu Beginn bekannte Paal sich wegen sexuellen Kindesmissbrauchs schuldig. Der 64-jährige, bekannt unter dem Künstlernamen Gunkl, gestand im Landesgericht zudem den Besitz von Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch.

In dem Prozess stehen auch die sexuellen Kontakte zwischen Paal und der Mutter sowie der Großmutter des Opfers im Fokus. Die zwei Frauen sind ebenfalls angeklagt. Mit der Drohung, den Missbrauch öffentlich zu machen, sollen sie Paal nach Angaben der Staatsanwaltschaft erpresst haben. Insgesamt zahlte Paal demnach 159.000 Euro. Bei der Übergabe von zusätzlichen 30.000 Euro im vergangenen Juni wurde die Mutter des mutmaßlich missbrauchten Mädchens festgenommen, denn Paal hatte sich zuvor selbst angezeigt und die Polizei eingeschaltet. Die Mutter bekannte sich vor Gericht schuldig, die Großmutter bestritt die Vorwürfe.

Die Angeklagten lernten einander nach eigenen Aussagen vor mehr als zehn Jahren kennen, nachdem Paal auf ein Online-Inserat der zwei Masseurinnen reagiert hatte. Es kam demnach zu Sex zwischen den drei Angeklagten, Paal soll dafür bezahlt haben. Während der Kabarettist vor Gericht das Dreiecksverhältnis als Prostitution charakterisierte, sprachen die Frauen davon, dass auch Freundschaft im Spiel war.

Bei den Treffen hatte Paal einen Laptop dabei. Darauf sollen sich Darstellungen von Kindesmissbrauch befunden haben, die er den Frauen zeigte. Vor einigen Jahren soll es zu einem neuerlichen Treffen gekommen sein, bei dem der Übergriff stattgefunden haben soll. Das Opfer war damals im Kleinkindalter.

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Den Frauen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die maximale Strafe für Paal beträgt fünf Jahre. Für sexuellen Kindesmissbrauch sind in Österreich bis zu zehn Jahre Haft nur bei Geschlechtsverkehr oder physischer Gewalt vorgesehen. Dies fand laut Anklage in diesem Fall nicht statt.

Das Urteil könnte bereits am Nachmittag fallen.

ptz/dpa

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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