Jen-Hsun Huang zählt zu den Rockstars der Techbranche. Er trägt dunkle Lederjacke, gilt als enger Vertrauter Donald Trumps und der Börsenkurs seines Unternehmens Nvidia ist seit 2016 um mehr als 20.000 Prozent gestiegen – trotz des kräftigen Einbruchs nach den US-Zwischenwahlen zum Ende dieser Woche. Der Boom bei künstlicher Intelligenz macht den US-Chiphersteller zu einem der wertvollsten Unternehmen weltweit.
Das Erfolgsgeheimnis und die Strategien des Techbosses interessieren manche jedoch offenbar mehr als erlaubt. Die »Financial Times« und die »New York Times« jedenfalls berichten übereinstimmend, dass China eine junge Agentin, die als Managerin in der Techindustrie arbeitet, auf den 63-Jährigen angesetzt haben soll. Laut »FT« wird in Washington davon ausgegangen, dass Huang auch eine Liebesbeziehung zu der mutmaßlichen Spionin unterhalten habe. Dabei verweist die Zeitung unter Berufung auf Insider auf ein entsprechendes US-Memo von Anfang dieses Jahres.
Gemeinsam in einer Bar in Taiwan
Die mutmaßliche Spionin soll, außer für die Regierung in Peking, auch für Megaspeed arbeiten – einen Kunden von Nvidia. Die »New York Times« hatte schon vor einigen Monaten berichtet, dass über Megaspeed auch fortschrittliche KI-Chips für den chinesischen Markt eingekauft worden sein könnten, deren Lieferung in das Land eigentlich verboten war. Handfeste Folgen hat das zumindest bislang für keines der beiden Unternehmen. Dabei liefern sich China und die USA einen hitzigen Wettlauf um die technologische Vorherrschaft. »Wer bei der KI gewinnt, gewinnt alles« – dieser Satz zählt zum Credo von US-Präsident Trump. Informationen über die mutmaßliche Spionin, so berichten es beide Zeitungen, seien Trump vorgelegt worden, laut »New York Times« teils auch schon Ende 2025. Dieser habe jedoch nicht reagiert.
In zahlreichen Medien und Onlinediensten verbreiten sich derweil Bilder, die Huang mit der mutmaßlichen Agentin zeigen sollen. Darunter sind auch Aufnahmen aus augenscheinlich eher privatem Kontext, etwa aus einer Bar in Taiwan. Nvidia äußerte sich laut »Financial Times« nicht zu der Behauptung, Huang habe eine romantische Beziehung zu ihr unterhalten. Inzwischen ist laut Medien von einer geschäftlichen Beziehung die Rede, das Unternehmen wies in der Vergangenheit zudem zurück, gegen Exportregeln verstoßen zu haben. Allerdings soll sich Nvidia-Chef Huang in der Vergangenheit beim US-Präsidenten persönlich für Lockerungen hinsichtlich des Exports leistungsstarker KI-Chips wie den »H200« nach China eingesetzt haben.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
At a glance
- Topic
- World
- Country
- 🇩🇪 DE
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira