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Heute reist US-Unterhändler Steve Witkoff für Gespräche mit der russischen Führung nach Sankt Petersburg. Gestern hatte er sich bereits in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäischen Spitzenpolitikern getroffen. Es soll unter anderem um Sicherheitsgarantien gegangen sein. In Russland werde Witkoff nun die gemeinsam erarbeiteten Vorschläge vorlegen, so Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre (mehr dazu hier).

Präsident Selenskyj am Dienstag in Oslo

Präsident Selenskyj am Dienstag in Oslo

Foto: Ole Berg-Rusten / NTB Scanpix / AP / dpa

Die Ukraine hat derzeit allerdings wenig Grund zum Optimismus. Das Land ist in einer verzweifelten Lage. Zwar teilen die USA wieder Geheimdienstinformationen über russische Angriffe mit der Ukraine. Doch Selenskyj wirft der Trump-Regierung vor, die Lieferungen von Abfangraketen zu verzögern – ausgerechnet jetzt, da Russland seine Angriffe auf ukrainische Kraftwerke verstärkt.

Die Führung in Kyjiw klagt außerdem über eine Drosselung des US-Satellitendienstes Starlink, der etwa für ukrainische Drohnenschläge auf die Nachschublinien der Russen entscheidend ist (mehr hier). Und dann sind da noch Trumps Dieselabkommen mit dem Kreml und seine harten Ansagen in Richtung Kyjiw.

Putin will offenbar die Gunst der Stunde nutzen. Er strebt laut einem US-Zeitungsbericht ein Treffen mit Trump und Chinas Präsident Xi Jinping an. Für Selenskyj eine Horrorvorstellung. Er betonte gestern in Oslo, Gespräche seien nur akzeptabel, wenn die Ukraine mit am Verhandlungstisch sitze.

Donald Trump tut ja gern so, als gebe er nicht viel auf Umfragen. Doch die jüngste Ipsos-Erhebung sollte ihn dann doch interessieren. Nach der sind nur noch 31 Prozent der erwachsenen US-Amerikanerinnen und -Amerikaner mit seiner Amtsführung zufrieden – ein Tiefstwert.

US-Präsident Trump (2026)

US-Präsident Trump (2026)

Foto:

Mark Schiefelbein / AP / dpa

Trumps größtes Problem nennt sich: »affordability crisis«, Bezahlbarkeitskrise. Drei Viertel der Amerikanerinnen und Amerikaner benennen in Umfragen die Lebenshaltungskosten als das größte wirtschaftliche Problem ihrer Familien. Viele können sich selbst Alltagsprodukte wie Kaffee, Fleisch oder Schokolade kaum noch leisten.

Mein Kollege Simon Book, SPIEGEL-Wirtschaftskorrespondent in den USA, hat sich auf die Suche nach den Wurzeln des Problems gemacht. »Trumps Strafzölle, sein Irankrieg und seine Abschiebepolitik fordern ihren Tribut«, schreibt er. Besonders leiden die Landwirte, eine Kernklientel der Republikaner (mehr dazu hier).

Dass die Bezahlbarkeitskrise Trumps Partei bei den Midterms politisch das Genick bricht, ist trotzdem nicht ausgemacht. Denn so mancher enttäuschte Trump-Wähler hält die Demokraten für das noch größere Übel.

Wie gefährlich wird das große Datenleck für die AfD? Gut 420.000 E-Mails der Partei sind von Hackern erbeutet und ins Netz gestellt worden. Seitdem haben mehrere Medienhäuser, auch der SPIEGEL, die Daten gesichert.

Die Partei selbst scheint beunruhigt. »Obwohl nur wenige Mail-Postfächer widerrechtlich kopiert wurden, sind große Datenmengen abgeflossen«, heißt es aus der AfD. Die Sicherheitsbehörden seien eingeschaltet. »Das Leak kann der Partei schaden«, sagt meine Kollegin Ann-Katrin Müller, die gemeinsam mit SPIEGEL-Kollegen mit der Auswertung der Daten beschäftigt ist.

AfD-Chefin Weidel

AfD-Chefin Weidel

Foto: ESDES.Pictures; Bernd Elmenthaler / Bernd Elmenthaler / IMAGO

Darunter sind persönliche Informationen von Mitgliedern und Bundestagsabgeordneten. Besonders heikel könnten Schriftwechsel zu Parteiausschlussverfahren und Ordnungsmaßnahmen sein. Ein Teil der Daten betrifft auch Parteichefin Alice Weidel selbst, es geht etwa um Spenden an sie.

»Die Auswertung wird Zeit brauchen«, sagt Ann-Katrin. Aber lohnen dürfte es sich.

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Verlierer des Tages…

Frankierter Brief in Briefkasten

Frankierter Brief in Briefkasten

Foto: Philip Dulian / dpa

…sind alle, die noch Briefe schreiben. Sie halten eine schöne Kulturtechnik am Leben. Doch die Post macht daraus eine zunehmend kostspielige Leidenschaft.

2027 soll das Porto für einen Standardbrief auf 1,15 Euro steigen – das sind 20 Cent mehr als bislang. Den heftigen Sprung erklärt die Post damit, dass die Briefmengen seit Jahren sinken, während Personal- und Sachkosten steigen.

Und es stimmt ja: Aus dem Urlaub an der Ostsee oder auf Mallorca verschicken die meisten lieber Selfies per Smartphone und keine Postkarte mehr. Gleiches gilt für Weihnachtsgrüße. Vielleicht sollte man sich gegen den Trend stemmen und mal wieder ein paar handgeschriebene Zeilen per Brief versenden.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • SpaceX verdoppelt Umsatz – und prüft Zusammenschluss mit Tesla: Im vergangenen Quartal hat die Weltraumfirma SpaceX einen Milliardengewinn erzielt, vor allem aus zwei Gründen. Außerdem berichtet Chef Elon Musk über Pläne zur Fusion mit seinem Autobauer Tesla.

  • Trump will offenbar die gesamte Presse aus dem Weißen Haus verbannen: Einzelne Medien hat er zwischenzeitlich schon ausgeschlossen, jetzt will der US-Präsident wohl noch weiter gehen: Er erwägt laut »New York Times«, den Briefing Room im Weißen Haus dichtzumachen – und zum Schwimmbad umzufunktionieren.

  • Zwei Verletzte nach Einsturz von Hoteldecke in Düsseldorf: Bei Bauarbeiten in einem Düsseldorfer Hotel sind 400 Quadratmeter Decke eingestürzt – es gab zwei Verletzte. Der Hotelbetrieb wurde inzwischen wieder aufgenommen.

Heute bei SPIEGEL Extra: ChatGPT gegen MSCI World – wie viel mehr Rendite die KI herausholt und was das für Ihr Depot bedeutet

Illustration: Carolin Eitel / DER SPIEGEL

Wir haben ChatGPT ein Portfolio bauen lassen, das den Weltindex MSCI World schlagen sollte. Nach einem Jahr zeigt sich: Die KI war noch viel besser als erwartet. Und hat trotzdem entscheidende Fehler gemacht .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre Maria Fiedler, stellvertretende Leiterin des SPIEGEL-Hauptstadtbüros

Source: Der Spiegel · Maria Fiedler

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