An der Küste Neuseelands sind zahlreiche Grindwale gestrandet. Nach Angaben der Naturschutzbehörde liefen in der Nacht zum Donnerstag mindestens 20 Tiere im Fischerdorf Ngawi nahe Kap Palliser auf der Nordinsel des Landes auf Grund. Augenzeugen berichteten in den Medien von bis zu 50 Walen, von denen die meisten bereits verendet sind.

Wie die Naturschutzbehörde am Donnerstag auf Facebook mitteilte, versuchen Helfer, einige überlebende Tiere zurück ins tiefe Wasser zu bringen. An der Rettungsaktion beteiligen sich indigene Maori und die Walschutzorganisation »Project Jonah«. Zwei Wale seien bereits erfolgreich ins Meer zurückgeführt worden.

»Project Jonah« ist eine neuseelandweite Freiwilligenorganisation zum Schutz von Walen und Delfinen. Die Helfer haben in den vergangenen Jahren Tausende Freiwillige im Umgang mit gestrandeten Tieren geschult. Die Organisation entwickelte das weltweit erste Rettungssystem für Wale, das auf Schwimmkörpern basiert. Diese aufblasbaren Pontons kommen nach Angaben von »Project Jonah« inzwischen international zum Einsatz und haben zu Tausenden Walrettungen beigetragen.

Nach Angaben des Umweltministeriums kommt es in Neuseeland jährlich zu durchschnittlich 85 Walstrandungen – mehr als in jedem anderen Land weltweit. Die Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt. Vermutet werden starke soziale Bindungen der Tiere, die Küstengeografie, Krankheiten, Desorientierung oder Probleme bei der Echo-Ortung in flachen Gewässern.

Der Grindwal, auch bekannt als Pilotwal, zählt zur Artenfamilie der Delfine. Männchen erreichen eine Länge von drei bis acht Metern und wiegen bis zu drei Tonnen. Weibchen bleiben mit maximal sechs Metern kleiner. Als Lebensraum bevorzugen sie gemäßigte und kalte Gewässer.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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