Die Sonderstimmen machen fast 14 Prozent aller Stimmen aus und könnten die Kräfteverhältnisse noch deutlich verschieben. Dazu gehören unter anderem Stimmen von Neuseeländern im Ausland und von Wählern, die außerhalb ihres eigentlichen Wahlkreises abgestimmt haben. In der Vergangenheit kamen sie häufig vorwiegend linken Parteien zugute. Das offizielle Ergebnis wird erst am 27. November erwartet.
Dann könnte dem Land eine schwierige Regierungsbildung bevorstehen. Eine entscheidende Rolle dabei dürfte den kleineren Parteien zukommen, besonders der aufstrebenden Opportunity Party. Die Partei um ihre Vorsitzende Qiulae Wong hat mit fast sechs Prozent erstmals den Einzug ins Parlament geschafft und erhält voraussichtlich sieben Sitze. Luxon hatte eine Zusammenarbeit mit ihr wegen ihrer Steuerpläne zunächst ausgeschlossen. Wong hält sich dagegen Gespräche mit beiden politischen Lagern offen.
Ungewöhnlich großes Parlament
Schon jetzt steht fest, dass Neuseeland künftig ein ungewöhnlich großes Parlament bekommt. Statt der üblichen 120 Sitze sind nach der vorläufigen Auszählung nun 131 Mandate vorgesehen. Das wäre die größte Volksvertretung seit Einführung des Verhältniswahlsystems 1996.
Das größere Parlament ist eine Folge sogenannter Überhangmandate. In dem Pazifikstaat wählen die Bürger eine Partei und einen Kandidaten in ihrem Wahlkreis. Gewinnt eine Partei mehr Wahlkreise, als ihr nach dem landesweiten Stimmenanteil zustehen, darf sie die zusätzlichen Sitze behalten. Das Parlament wächst dadurch diesmal um 11 auf 131 Sitze. Für eine Mehrheit sind deshalb 66 statt der üblichen 61 Sitze nötig.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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