Die vier Freiwilligen Ross Elder, Ellen Ellis, Matthew Montgomery und James Spicer stehen vor der Tür und im Innenbereich des Mars-Simulationsgeländes der Nasa.

Stand: 01.11.2026 • 20:42 Uhr

Vier Menschen haben in den USA gemeinsam ein Jahr auf 160 Quadratmetern verbracht - für die Wissenschaft. Nun ist das NASA-Experiment vorbei. Ziel der langen Zeit in Isolation war die Simulation des Lebens auf dem Mars.

Nach zwölf Monaten haben vier Freiwillige eine Mars-Simulationsanlage der US-Raumfahrtbehörde NASA verlassen. Unter Applaus und Jubel verließen die drei Männer und eine Frau das Testgelände in Houston im US-Bundesstaat Texas und beendeten damit die zweite Mission des "CHAPEA"-Programms, wie Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigten.

Ross Elder, Matthew Montgomery, James Spicer und Ellen Ellis verbrachten das vergangene Jahr auf dem fensterlosen NASA-Simulationsgelände "Mars Dune Alpha", das mithilfe eines 3D-Druckers geschaffen worden war. Sie durften es in dieser Zeit nicht verlassen, mussten unter anderem Pflanzen anbauen, sich um Instandhaltung des Wohnbereichs und der Maschinen kümmern und Sport machen.

Ein Simulationsgelände aus dem 3D-Drucker

Alles war der Idee eines Lebens auf dem Mars nachempfunden. "Wir sind geehrt und stolz, dass wir zu dem kolossalen Vorhaben beitragen konnten, das damit enden und anfangen wird, die ersten Menschen auf den Mars zu schicken", sagte Elder bei einer Pressekonferenz nach Missionsende.

"Wir sind sehr aufgeregt nach draußen zu kommen und zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr die Sonne zu erleben - oder, je nach Wettervorhersage, einen kräftigen Regenschauer", scherzte sein Kollege Spicer. Ellis verriet, dass sie sich am meisten darauf freue, ihren Ehemann zu umarmen.

Überraschend viel Papierkram

Die Schlafzellen auf dem Simulationsgelände sind rund zwei mal drei Meter groß, dazu gibt es eine Art Wohnzimmer mit Fernseher und Sesseln, Arbeitstische mit Computern und eine Krankenstation. In einem kleinen Außenbereich simulierten die vier Bewohner Mars-Außeneinsätze.

Auch für ihre medizinische Versorgung waren sie teilweise selbst zuständig. So mussten sie sich regelmäßig selbst Blut abnehmen, wie Ellis in einem NASA-Podcast kurz vor dem Ende der Mission erzählte.

Ihr Kollege Spicer sagte, ihn habe die Menge an Berichten und Protokollen überrascht, die sie ausfüllen mussten. "Es stellt sich also heraus, dass viel Tippen eine Schlüsselkompetenz für zukünftige Mars-Astronauten sein wird", scherzte er.

22 Minuten für eine SMS

Mit Familie und Freunden durften die vier Freiwilligen zwar kommunizieren, allerdings nur in "Mars-Zeit" - das heißt, dass selbst das Übermitteln einer kurzen SMS rund 22 Minuten dauerte. Rund 4.000 Mails habe er von Familienmitgliedern und Freunden bekommen, das sei für ihn der Rettungsanker gewesen, erzählte Spicer nach Abschluss des Experiments.

Die Teilnehmer waren keine ausgebildeten NASA-Astronauten. Bewerben durfte sich jeder zwischen 30 und 55 Jahren, der "gesund und motiviert"ist, nicht raucht und die US-Staatsbürgerschaft oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung sowie einen naturwissenschaftlichen Universitätsabschluss und mindestens 1.000 Flugstunden vorzuweisen hat.

Nicht das erste Experiment seiner Art

Bereits zwischen 2023 und 2024 hatten vier andere Freiwillige rund ein Jahr in Isolation auf dem Gelände verbracht. Die nächste Mission ist für 2027 geplant. Das "CHAPEA"-Programm (Crew Health and Performance Exploration Analog) soll der NASA dabei helfen, eines Tages wieder Menschen auf den Mond - und später auch zum Mars - zu bringen.

"CHAPEA" ist nicht das erste Experiment dieser Art. Die NASA sammelte unter anderem schon in einem Simulationsgelände auf Hawaii mit den "Hi Seas"-Missionen Erfahrungen und Daten. Gleiches versuchten die Raumfahrtbehörden Europas, Russlands und Chinas vor knapp 15 Jahren mit dem "Mars 500"-Projekt.

Und auch auf deutschem Boden gab es so etwas schon. Erst im August beendeten die Europäische Raumfahrtbehörde ESA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln die Studie "Solis100", für die jeweils drei Männer und Frauen im Alter von 26 bis 32 Jahren 100 Tage in Isolation verbrachten.

Source: Tagesschau · tagesschau.de

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Science
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