In den Pariser Vororten Trappes und La Verrière haben sich Tausende Menschen versammelt, um der Opfer des Anschlags zu gedenken, bei dem ein Schütze gezielt auf Muslime und Menschen afrikanischer Herkunft geschossen hatte.
»Es war sehr wichtig für uns, zusammenzukommen«, sagt Imad, ein Einwohner von Trappes und Leiter der lokalen Nichtregierungsorganisation »Aider«. »Es gibt Menschen, die schädliche Ideologien vertreten wie dieser Mann. Aber es gibt weitaus mehr Menschen, die gute und gesunde Weltanschauungen vertreten und daran glauben, dass das Zusammenleben den Rassismus überwinden wird.«
Bei dem Anschlag in den beiden Gemeinden im Südwesten von Paris waren am vergangenen Freitag ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt worden. Der Tatverdächtige habe eingeräumt, vorsätzlich gehandelt und nach seinen Worten Personen »mit muslimischem oder afrikanischem, nordafrikanischem Aussehen« ins Visier genommen zu haben, teilten die Behörden mit.
Der 39-Jährige habe bei seiner Vernehmung jegliche terroristische Absicht verneint und seine Tat als legitim betrachtet. Zwar habe er bestritten, Kinder töten zu wollen, und erklärt, er habe sich angesichts der Größe des elfjährigen Opfers, das schwer verletzt wurde, möglicherweise geirrt. Er habe jedoch erklärt, keinerlei Reue zu empfinden.
Gegen den Franzosen wird wegen Mordes und versuchten Mordes mit Terrorbezug und rassistischer Komponente ermittelt. In seiner Wohnung fanden Ermittler ein Exemplar von Adolf Hitlers Buch »Mein Kampf« sowie Aufkleber, auf denen die rechtspopulistische Partei Rassemblement National erwähnt wurde. Die Partei wies einen Zusammenhang mit dem Attentäter zurück.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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