Der republikanische Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, hat einen umstrittenen Wahlkampf-Werbespot seines republikanischen Nachfolgekandidaten Vivek Ramaswamy verurteilt. Damit stellte er sich gegen seinen Parteikollegen und auf die Seite der demokratischen Gouverneurskandidatin Amy Acton, die ehemaliges Mitglied seines Kabinetts ist. DeWine, der nicht erneut als Gouverneur kandidieren kann, hatte Ramaswamy als seinen Nachfolger unterstützt.
Bei einem Treffen mit Journalisten im Ohio Statehouse bezeichnete DeWine Ramaswamys Wahlkampfwerbung nun als »äußerst, äußerst beunruhigend«. »Es ist falsch, diesen Werbespot zu schalten«, sagte er. »Ich fordere Ramaswamys Wahlkampfteam dringend auf, ihn zurückzuziehen.«
Der Biotechmillardär, der 2024 auch republikanischer Präsidentschaftskandidat werden wollte, hat vier Millionen Dollar ausgegeben, um den Wahlkampf-Spot Online und im Fernsehen auszustrahlen, der Actons Mutter zeigt.
Acton hatte bereits vor Jahren öffentlich darüber gesprochen, als Zehn- bis Zwölfjährige von ihrem Stiefvater Cledith Arthur sexuell missbraucht worden zu sein. Ihre Mutter habe nichts dagegen unternommen. Es kam zur Anklage. Der Gerichtstermin war laut Acton das letzte Mal, dass sie ihre Mutter gesehen habe.
In seinem Wahlkampfvideo lässt Ramaswamy Actons Mutter seine Gegenkandidatin diskreditieren. Acton sei ihr ganzes Leben eine Lügnerin gewesen, sagt sie in dem Werbespot.
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US-Präsident Donald Trump und sein Vize JD Vance stellten sich hinter Ramaswamy und seine Schmutzkampagne gegen Acton. Doch etliche Republikaner wie nun auch DeWine zeigen sich empört.
Senator Jon Husted, der sich in einem knappen Wahlkampf um seine Wiederwahl gegen den Demokraten Sherrod Brown befindet, erklärte, er hätte so einen Werbespot nicht geschaltet. Staatssekretär Frank LaRose, der für das Amt des Staatsrechnungsprüfers kandidiert, pflichtete ihm bei.
Ein weiterer einflussreicher Republikaner aus Ohio, der ehemalige US-Kongressabgeordnete Jim Renacci, postete einen ausführlichen Beitrag auf X. Er forderte darin jeden Republikaner dazu auf, sich von dem Wahlkampf Ramaswamys zu distanzieren.
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Republikanerin Nikki Haley, die sich während der republikanischen Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2024 mit Ramaswamy über den persönlichen Charakter seiner Angriffe gestritten hatte, bezeichnete ihn als »schlechten Menschen«. »Es ist eine Schande, dass er weiterhin ungestraft davonkommt«, schrieb sie auf Social Media.
Ramaswamy hat diese Kritik bisher nicht beeindruckt, er steht zu dem Video. Acton sagte zu CNN, sie sei nicht überrascht vom Handeln ihres politischen Gegners. Doch die weitreichende Empörung beeindrucke sie.
Am 3. November wird in dem Swing State Ohio nicht nur ein neuer Gouverneur gewählt, sondern auch einer der zwei Senatsposten und alle 15 Sitze Ohios im US-Repräsentantenhaus besetzt. Demokratin Amy Acton liegt in den meisten Umfragen knapp vor ihrem republikanischen Widersacher Vivek Ramaswamy auf dem Weg zum Gouverneursposten.
Schmutziger als in Ohio wird der US-Wahlkampf nicht: Die Demokratin Amy Acton hat Chancen, Gouverneurin von Ohio zu werden. Dass sie als Kind von ihrem Stiefvater mutmaßlich missbraucht wurde, schlachtet die politische Gegenseite im Wahlkampf aus. Lesen Sie die ganze Analyse hier .
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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