Auch wegen der Folgen des Irankriegs haben Donald Trumps Republikaner ihre Mehrheit im Kongress verloren. Der Präsident erklärt, er würde trotzdem wieder genauso handeln. Aus seiner Partei kommen kritischere Töne.

05.11.2026, 01.53 Uhr

Trump und Vance (Ende Juli in Washington): »Jeder weiß, warum wir verloren haben« Trump und Vance (Ende Juli in Washington): »Jeder weiß, warum wir verloren haben«

Trump und Vance (Ende Juli in Washington): »Jeder weiß, warum wir verloren haben«

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Alex Wroblewski / AFP

US-Vizepräsident JD Vance geht nach dem Wahldebakel der Republikaner auf Distanz zu Donald Trump. Vance machte den von Trump und Israel begonnenen Irankrieg für den erdrutschartigen Sieg der Demokraten verantwortlich. »Jeder weiß, warum wir verloren haben. Und jede Diskussion darüber, wie es weitergeht, muss dort ansetzen«, schrieb Vance in einem langen Beitrag auf X .

Trump wurde wenig später auf die Analyse von Vance angesprochen und sagte : »Ich denke, das stimmt größtenteils.« Gleichzeitig verteidigte er seine Entscheidung zum Krieg gegen Iran. Wenn er noch einmal vor der Wahl stünde, würde er genauso handeln, sagte er. Man dürfe nicht zulassen, dass Iran eine Atomwaffe bekomme. Auf die Frage, ob der Krieg es wert gewesen sei, antwortete Trump mit Ja.

Damit führten Trump und Vance eine Art Ferndiskussion.

Der Vizepräsident hatte zuvor geschrieben: »Wenn man argumentieren möchte, dass es das wert war – dass es wert war, den Senat für sechs Jahre zu verlieren –, dann soll man das tun.«

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Die Republikaner haben bei der Wahl die Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat verloren. Das wird Trump das Regieren in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit stark erschweren (mehr dazu, wie es für den Präsidenten jetzt weitergeht, erfahren Sie hier ). In einer großen Wählerumfrage wurde deutlich, dass die Unzufriedenheit mit Trumps Politik – und vor allem den steigenden Spritpreisen als Folge des Irankriegs – ein zentraler Grund für die Niederlage war.

Trump schwärmt nach Wahldebakel vom Ballsaal: »Man könnte so viele Hubschrauber auf das Dach stellen, wie man will«

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Vance schrieb, viele Wählerinnen und Wähler, die bei den Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren für ihn und Trump gestimmt hätten, seien verärgert gewesen. Eine Umfrage habe ergeben, dass sich enttäuschte Wähler vor allem vier Punkte gewünscht hätten: das Ende des Irankriegs, den Fokus auf Lebenshaltungskosten und Inflation, Amerika an erste Stelle zu setzen und ein Wechsel in den Beziehungen zu Israel.

Vance äußerte Verständnis für die Kritik. »An alle, die einfach nur wütend über das Ergebnis sind: Das solltet ihr auch sein. Lasst uns diese Wut nutzen, um uns wieder der Aufgabe zu widmen, unser Land zu retten.«

Hegseth macht laut Trump »einen sehr guten Job«

Trump stellte sich am Tag nach den Midterms hinter seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth. Der Pentagon-Chef gilt neben Trump als eines der zentralen Gesichter, das in den USA mit dem unpopulären Irankrieg verbunden wird. Auf die Frage, ob er Hegseths ⁠Abwechslung ⁠erwäge, sagte Trump vor Journalisten: »Nein, ich denke, er macht einen sehr guten Job.«

Auch über eine mögliche Kandidatur von Vance bei der nächsten Präsidentschaftswahl sprach Trump. »Vielleicht wird er nicht antreten. Ich weiß nicht, wer antreten wird«, sagte er vor TV-Kameras auf der Baustelle seines Ballsaals am Weißen Haus. Trump hatte schon zuvor offengehalten, wen er als potenziellen Nachfolger für sich in der Rolle der Führungsfigur der Republikaner sieht. Neben Vance gilt auch Außenminister Marco Rubio als ein möglicher Anwärter.

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Republikanische Verbündete und Strategen hatten Trump nach Bekanntwerden der Wahlergebnisse aufgefordert, seinen Kurs zu ändern. Sie verlangten unter anderem einen personellen Umbau im Weißen Haus, mehr Disziplin ‌und ein Ende von umstrittenen politischen Maßnahmen wie dem Irankrieg und den Zöllen.

Der erfahrene republikanische Stratege John Feehery bezeichnete das Wahlergebnis als eine »riesige Katastrophe« für Trump. »Er muss sein Haus aufräumen«, sagte er. »Von diesem Zeitpunkt an wird er mit jedem Tag mehr und mehr zur lahmen Ente.« Ein anderer republikanischer Politikberater warnte, die Partei werde bei der nächsten Wahl »ein erneutes Debakel erleben«, wenn Trump seine Themen nicht ändere.

Ein hochrangiger Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, beschrieb die Moral im Weißen Haus als »so schlecht wie nur möglich«. Und weiter: »Es ist ‌absolut beschissen, gerade hier zu sein.«

Die Demokraten erobern den Kongress, doch Donald Trump bleibt im Weißen Haus. Gut möglich, dass der Präsident jetzt noch rücksichtsloser agiert. Mehr dazu erfahren Sie hier .

aar/dpa/Reuters

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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