Marktbericht
Schwache Amazon-Zahlen Kann der DAX die 26.000 verteidigen?
Stand: 30.10.2026 • 07:44 Uhr
Der DAX hat wieder die Marke von 26.000 Punkten übersprungen. Schwache Zahlen von Intel und Amazon dürften den Anlegern aber nicht gefallen. Der deutsche Leitindex könnte zum Handelsstart leicht zurückfallen.
Der Broker IG Markets taxiert den deutschen Leitindex vor Handelsbeginn mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 25.991 Punkte. Am Donnerstag war der DAX mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 26.039 Punkten aus dem Handel gegangen.
"Bislang haben die Aktienmärkte die Berichtssaison und die Notenbankentscheidungen bemerkenswert gut überstanden", sagte Stratege Andreas Lipkow von CMC Markets. Die Anleger konzentrierten sich wieder stärker auf die Chancen als auf die Risiken. "Ob daraus eine nachhaltige Aufwärtsbewegung entsteht, hängt nun entscheidend davon ab, ob die Unternehmensgewinne den zurückgekehrten Optimismus auch weiterhin rechtfertigen können."
In den vergangenen Tagen hatten die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen stabil gehalten. Das war von Ökonomen und Marktteilnehmern so erwartet worden. Jetzt rechnen die Märkte aber mit Zinserhöhungen im Dezember.
Zu einem Belastungsfaktor könnten heute aber frische Unternehmenszahlen werden. Mit Amazon und Intel stellten am Abend zwei Schwergewichte der US-Tech-Branche nach US-Börsenschluss ihre Bilanzen vor. Überzeugend fielen sie aus Sicht der Anleger nicht aus.
Beim Chipkonzern Intel brach der Gewinn um fast 20 Prozent ein. Die Prognose über die Geschäftsaussichten enttäuschte. Bei Intel zeigt sich außerdem eine Kehrseite des KI-Booms: Die Nachfrage ist so hoch, dass sie der Konzern nicht bedienen konnte. Außerdem gibt es Engpässe bei wichtigen Rohstoffen. Nach US-Börsenschluss brach die Aktie um rund 20 Prozent ein.
Die Aktie von Amazon fiel nachbörslich um etwa acht Prozent. Ein Umsatzwachstum von 13 Prozent auf mehr als 200 Milliarden Dollar genügte den Anleger nicht, denn überraschend hohe Kosten für den Bau neuer KI-Rechenzentren belasten die Bilanz.
Der Barmittelabfluss habe sich in den vergangenen drei Monaten auf 42,4 Milliarden Dollar nahezu versechsfacht, teilte der Onlinehändler mit. Die Investoren treibt die Frage um, wie die gigantischen Investitionen jemals verdient werden können. Diese Entwicklung sei besorgniserregend, sagte Portfoliomanager Dave Wagner vom Vermögensverwalter Aptus. "Das operative Geschäft erwirtschaftet reichlich Geld, aber die Investitionen verschlingen es komplett."
Für US-Handelsstart sind das keine guten Vorzeichen. Am Terminmarkt sieht es zu dieser frühen Stunde danach aus, als würde die US-Technologiebörse Nasdaq kräftig an Boden verlieren.
Schlecht aufgenommen wurden die Zahlen auch in Asien. In Tokio gab der japanische Leitindex Nikkei-Index 2,3 Prozent auf 63.148 Punkte nach. Auf Wochensicht liegt der Nikkei jedoch noch 0,2 Prozent im Plus. Der breiter gefasste Topix notierte 1,2 Prozent niedriger bei 3.956 Zählern und steuert auf ein Wochenminus von 0,4 Prozent zu. Die Entscheidung der japanischen Notenbank (BOJ),den Leitzins bei 1,25 Prozent zu belassen, zeigte kaum Auswirkungen an der Börse.
Der technologielastige südkoreanische Kospi brach um fünf Prozent ein und verzeichnete damit im Oktober einen Rückgang von mehr als 17 Prozent. Die Börse Shanghai verlor 0,3 Prozent auf 3.640 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,4 Prozent auf 4.026 Punkte.
Source: Tagesschau · tagesschau.de
At a glance
- Topic
- World
- Country
- 🇩🇪 DE
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira