Mit der Veröffentlichung von DMS 2.0 „Heisenberg“ schlägt das DMS-Team ein neues Kapitel der Desktop-Shell auf und ändert auch gleich den Namen: aus DankMaterialShell wird Dux Shell; das Kürzel DMS bleibt gleich. Die gesamte Linux-Desktop-Suite firmiert jetzt nicht mehr unter Dank Linux, sondern heißt Dux Labs. Das Dux im Namen leiht sich das Projekt bei seinem Maskottchen, einem Pinguin mit Hut. Damit suggeriert der Name nicht länger fälschlicherweise, dass es sich bei dem Projekt um eine Linux-Distribution handelt und soll, so die Ankündigung, dem gewachsenen Umfang Rechnung tragen.
Gestartet ist DMS als einfache Desktop-Shell auf der Basis des QML-basierten Frameworks Quickshell und der Programmiersprache Go. Sie stellt Wayland Compositors wie Niri, Sway, MangoWC, LabWC, Hyprland und neuerdings auch Aqueous eine grafische Oberfläche mit Desktop-Leiste, Anwendungs-Launcher, Benachrichtigungen und Lockscreen zur Verfügung. Außerdem verwaltet DMS Hintergrundbilder, bietet einen grafischen Einstellungsdialog und einiges mehr. Nach und nach sind ein Greeter (Dux Greeter), ein Suchdienst (Dux Search), ein Kalender (Dux Calendar), ein Systemmonitor (Dux Gop), ein Paket-Repository und etliche Community-Plug-ins hinzugekommen. DMS 2.0 erweitert die Desktop-Suite nun um den Dateimanager Dux Files – ein Element, das für eine vollwertige Desktop-Umgebung noch gefehlt hatte.
Der DMS-Dateimanager Dux Files zeigt hier Bilder in einer Rasteransicht und daneben die Vorschau.
(Bild: duxlabs.dev)
Der neue Dateimanager Dux Files fügt sich optisch in DMS ein, beherrscht Tabs, geteilte Ansicht, bringt einen Papierkorb mit und zeigt Dateien wahlweise als Liste, Gitter oder Spalten an. Er lässt sich auch unabhängig von DMS nutzen. Neben den gängigen Dateiverwaltungsaufgaben kann Dux Files auch Archive in den Formaten zip, tar, 7z und rar ohne weitere Tools entpacken. Neue Archive kann der Dateimanager als tar oder zip anlegen. Die Suchfunktion durchstöbert den aktuellen Ordner oder das ganze Home-Verzeichnis. Über die Seitenleiste lassen sich externe Datenträger und Netzwerk-Shares ein- und aushängen. Das Drücken der Leertaste öffnet eine Vorschau. Dux Files kann jetzt auch einspringen, wenn Anwendungen einen Dialog zum Öffnen oder Speichern aufrufen.
Die Einstellungen wurden nicht nur optisch neu gestaltet, sondern auch umsortiert.
(Bild: duxlabs.dev)
Die Optik der Desktop-Suite wurde mit Googles Material 3 Expressive Design neu gestaltet. Das sieht man etwa in den Einstellungen und im Dashboard, dem Plug-ins nun weitere Tabs hinzufügen können. Dem Mediaplayer wurde die neue Dux Lyrical Engine spendiert, die Liedtexte aufs Wort oder gar die Silbe synchron anzeigen soll – sofern die Quelle diese Informationen mitliefert. Unterstützt werden verschiedene Quellen, darunter Better Lyrics, Unison, LyricsPlus, KuGou, LRCLIB und YouTube Music, die Engine kann aber auch lokal gespeicherte Liedtexte verwenden. Der Lockscreen unterstützt jetzt Widgets und lässt sich über die Einstellungen konfigurieren, dabei stehen Widgets für Uhr, Datum, Benachrichtigungen und Energieoptionen zur Wahl.
Das Dashboard im neuen Material 3 Expressive Design.
(Bild: duxlabs.dev)
Neu ist zudem Dux Dot, ein rundes, dauerhaft sichtbares Element, das sich in Launcher, Dashboard, Kontrollzentrum, Mediensteuerung, Wetteranzeige, Hintergrundbildwähler oder Benachrichtigungen verwandeln kann. Es lässt sich an beliebiger Stelle auf dem Desktop platzieren und soll einen minimalistischen Weg bieten, den DMS-Desktop zu steuern. Das Dock wurde für DMS 2.0 ebenfalls erweitert und kann jetzt als Taskleiste die gesamte Bildschirmbreite oder -höhe einnehmen. Platzieren lässt es sich an jedem Bildschirmrand. Neu ist, dass es jetzt auch Widgets und Plug-ins aufnehmen kann.
Lesen Sie auch
Die neue DMS-Version bringt über 90 Bug-Fixes und Verbesserungen mit, einen vollen Überblick gibt die Release-Ankündigung. Wer DMS installieren will, muss entweder zum Installationsskript greifen oder noch warten: In den Paketquellen der Distributionen fehlt das Update noch.
Wer eigene DMS-Fensterregeln für den Wayland Compositor (beispielsweise Niri) für DMS angelegt hat, muss diese anpassen, denn die App-ID ändert sich von com.danklinux.dms zu dev.duxlabs.shell. Wie aus DMS mit Niri ein kompletter Linux-Desktop wird, beschreibt unser Ratgeber Wayland ohne Bastelchaos: „DankMaterialShell“ als Linux-Desktop einrichten.
(lmd)
Source: Heise · Liane M. Dubowy
At a glance
- Topic
- Technology
- Country
- 🇩🇪 DE
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira