»Terrorverseucht« und« Dreckslochland«: Diese Beschimpfungen des US-Präsidenten wollte man sich in Libyen nicht gefallen lassen – und ließ die Sache diplomatisch eskalieren. Später gab sich Donald Trump dann plötzlich handzahm.

26.10.2026, 03.43 Uhr

Donald Trump (am 25. Oktober) Donald Trump (am 25. Oktober)

Donald Trump (am 25. Oktober)

Foto: Luis M. Alvarez / AP

Verbale Breitseiten des US-Präsidenten gegen andere (oft ärmere Länder) sind nichts Neues. Nicht ganz so oft kommt es allerdings vor, dass die so herabgewürdigten Länder dagegenhalten. Nun aber hat das libysche Außenministerium den Leiter der US-Vertretung einbestellt.

Zuvor hatte die Behörde öffentliche ​Äußerungen von Donald Trump gegenüber Libyen als beleidigend bezeichnet. Das Ministerium weise alle ‌Erklärungen zurück, die die Würde des libyschen Volkes herabsetzten, hieß es in einer Mitteilung.

Sowohl die Regierung im Westen als auch die rivalisierende Führung im Osten des Landes verurteilten Trumps Aussagen. Sie wiesen zudem Versuche zurück, ​Libyen in US-Wahlkampfdebatten hineinzuziehen.

Trump hatte am Samstag bei einem Auftritt im US-Bundesstaat Georgia den ⁠US-Senator ⁠Jon Ossoff verbal angegriffen. Dieser habe persönlich einen Gesetzentwurf eingebracht, um »Armeen von Migranten aus terrorverseuchten Ländern wie Libyen, dem Jemen, Haiti und Somalia« ins ‌Land zu holen, sagte Trump. »Erinnert ihr euch, wie ​ich sie ‌genannt habe? Dreckslochländer«, fügte er in Anspielung auf Äußerungen während seiner ersten Amtszeit hinzu.

Am Sonntagabend wurde Trump dann auf seiner Onlineplattform Truth Social versöhnlich und erklärte, die USA fühlten sich ‌den Beziehungen zu Libyen verpflichtet. Das libysche Volk sei stolz, widerstandsfähig und gastfreundlich. »Wir respektieren das libysche Volk und ‌die Opfer, die mutige Libyer im ​Kampf gegen die ‌IS-Miliz, den gemeinsamen Feind unserer beiden Völker, gebracht haben«, ‌schrieb ​Trump. Er fügte jedoch hinzu, dass Libyen kein Korridor für illegale Migration bleiben dürfe und ​dies sofort enden müsse.

Immer wieder geht es gegen Somalia

Rassistische und menschenverachtende Aussagen des amtierenden US-Präsidenten hat es in der Vergangenheit schon öfter gegeben. Legendär war seine Bezeichnung von Haiti und mehreren afrikanischen Staaten als »Dreckslöcher« (»shithole countries«) im Jahr 2018. An dieser Denkweise scheint sich wenig geändert zu haben, wie die jüngste verbale Entgleisung nahelegt.

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Trump hat zudem Ende Dezember 2025 Migranten aus Somalia für unerwünscht erklärt und als »Müll« bezeichnet. »Ihr Land stinkt, und wir wollen sie nicht in unserem Land«, sagte Trump damals bei einer Kabinettssitzung in Washington. Das englische Wort »stinks« lässt sich dabei wörtlich, also als übel riechend, übersetzen. Es kann aber auch im übertragenen Sinne als »Ihr Land taugt nichts« gemeint sein. »Wir gehen in die falsche Richtung, wenn wir weiterhin Müll in unser Land aufnehmen«, sagte Trump zur geplanten Verschärfung der Aufenthaltsregeln.

jok/Reuters

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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