Die Tiere sehen harmlos aus. Doch immer wieder gibt es gefährliche Zusammentreffen zwischen Menschen und Kühen. In Bayern hat eine 76-Jährige schwere Verletzungen davongetragen, als sie ein Weidegebiet passierte.
25.10.2026, 14.32 Uhr
Kuh auf einer Weide (Symbolbild): »Man sollte großen Respekt haben«
Foto: Thomas Warnack / dpaIn Bayern hat eine Kuh eine 76 Jahre alte Frau schwer verletzt, als diese zusammen mit ihrem Mann spazieren ging. Die beiden waren am Samstagnachmittag auf einem Landwirtschaftsweg bei Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen unterwegs, der auch durch ein Weidegebiet mit Kühen führt, wie die Polizei mitteilte.
Eine Kuh soll demnach plötzlich und völlig unerwartet die Frau mit ihren Hörnern attackiert und dabei umgestoßen haben. Sie sei so schwer verletzt worden, dass sie mit einem Rettungshubschrauber in ein Unfallklinikum geflogen werden musste.
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Auch, wenn Kühe auf den ersten Blick harmlos wirken, kann ein Zusammentreffen mit ihnen für Menschen mit lebensgefährlichen Verletzungen und im schlimmsten Fall mit dem Tod enden.
Im Mai ist eine 67 Jahre alte Wanderin in Österreich von einer »mittleren zweistelligen Zahl« an Kühen auf einer Weide angegriffen und dabei tödlich verletzt worden. Der 65-jährige Ehemann wurde schwer verletzt. Im September 2025 starb zudem ein 85-Jähriger nach einer Kuhattacke. Er war mit seiner Frau und einem Hund unterwegs, als er in Ramsau am Dachstein von einer Kuhherde angegriffen wurde.
Kühen richtig begegnen
Grundsätzlich gibt es verschiedene Gründe, warum Kühe Menschen angreifen, sagt Stefan Winter von Deutschen Alpenverein (DAV) im Interview mit dem SPIEGEL. Sie täten das zum Beispiel, »wenn Menschen in ihren Lebensraum eindringen und sie sich bedroht fühlen«. Auch wenn Muttertiere Kälber haben, könnten Wanderer bei den Kühen einen »Schutzreflex auslösen«.
Das Problem: Viele Wanderwege seien alte Versorgungswege für Almen und führten daher an Almweiden vorbei, also an von Viehherden bevölkerten Wiesen.
»Das Almvieh ist primär mit Grasen beschäftigt«, sagt Winter. »Wenn Wanderer sich ihnen nähern, heben sie meist kurz die Köpfe und grasen in den allermeisten Fällen weiter.« Nimmt eine Kuh einen lange in den Blick, sei das kein Grund zur Panik, aber man sollte großen Respekt haben. »Auch Anbrüllen, also lautes Muhen, ist ein Indiz dafür, dass eine Kuh sich bedroht fühlt.« Winter rät: Wenn die Kuh auf einen zugeht und ihr weitere Tiere folgen, sollte man das Feld verlassen.
Es sind Einzelfälle, aber immer wieder sterben Wanderer in den Alpen, weil Viehherden sie attackieren. Wie reagiert man am besten , wenn eine Horde Kühe auf einen losgeht?
jus/dpa
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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