Das Landgericht Konstanz hat einen 28-Jährigen, der sich als Arzt ausgegeben und Hunderte Male Kunden in einer Schönheitspraxis behandelt hatte, zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er mit gefälschten Zeugnissen und einer falschen Approbation eine Anstellung in der Konstanzer Schönheitspraxis erschlichen hatte.

Verurteilt wurde er wegen Urkundenfälschung, Missbrauchs von Berufsbezeichnungen, gefährlicher Körperverletzung und Betrugs. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zwischen Anfang März und Mitte April unterspritzte der gelernte Rettungssanitäter nach den Feststellungen des Gerichts 466-mal Kundinnen und Kunden mit Botox und Hyaluron. Zwei der behandelten Patientinnen waren laut Anklage erst 17 Jahre alt. Behandlungsfehler konnten ihm aber von einem Gutachter nicht nachgewiesen werden.

Angeklagter begründete Tat mit Sehnsucht nach Anerkennung

Der Mann hatte die Vorwürfe zu Prozessbeginn vor rund einer Woche eingeräumt. Seine Zeugnisse und die Approbationsurkunde habe er bei einem chinesischen Onlineanbieter gekauft, sagte er. Er habe sich nach Anerkennung gesehnt und seinem Umfeld ein Medizinstudium vorgespielt.

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Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte für höchstens zweieinhalb Jahre Haft. Der Angeklagte entschuldigte sich in seinem Schlusswort bei den Betroffenen: »Es tut mir unendlich leid.« Die vergangenen sechs Monate seien die härtesten seines Lebens gewesen.

Die Praxis gehört zu einer Kette zweier bekannter Influencer: »Dr. Rick und Dr. Nick«. Henrik Heüveldop (»Dr. Rick«) und Dominik Bettray (»Dr. Nick«) hatten vor Prozessbeginn in einem Video auf Instagram und TikTok erklärt, sie seien wie ihre Patienten von dem Mann getäuscht worden.

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Seit April sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Er war bereits in Braunschweig mit einem ähnlichen Betrug aufgefallen und zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

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Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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