Anschlagsort in Planadas in der Provinz Tolima
Foto: Army Forces Press Office / AFPIn Kolumbien sind bei einer Serie von Anschlägen fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter ein zwei Monate alter Säugling. Dies gab Präsident Abelardo de la Espriella auf der Plattform X bekannt. Der Staatschef des südamerikanischen Landes wies die Verantwortung für die »feigen Anschläge« den »Narco-Terroristen« zu, ohne diese näher zu definieren.
Zu dem folgenschwersten Attentat kam es in der Kleinstadt Planadas im zentral gelegenen Departamento Tolima. Dort gab es vier Todesopfer einschließlich des Babys zu beklagen, wie die Regierung des Gliedstaates informierte. 18 Menschen seien verletzt und 177 Wohnhäuser beschädigt worden, als insgesamt drei Sprengkörper explodierten.
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Die Verantwortung für den »Terroranschlag (...) gegen die Zivilbevölkerung« sieht die Provinzregierung bei Dissidentengruppen der früheren Guerillaorganisation FARC: »Was in Planadas passiert ist, ist Terrorismus in Reinform durch die Mafiagruppen des illegalen Bergbaus und des Drogenhandels, die sich mit Armbinden als Revolutionäre tarnen«, erklärte Gouverneurin der Region Tolima, Adriana Magali Matiz, auf der Plattform X .
Der Anschlag ereignete sich den Behörden zufolge am Sonntagabend in der Nähe eines Armeestützpunkts in der Gemeinde Planadas. Dabei explodierte ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen. Ein Krankenhaus und mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt.
Der Bürgermeister von Planadas, Juan Camilo Hueje, sagte einem Lokalsender, »zahlreiche Verletzte« seien in eine Schule gebracht worden, wo sie medizinisch versorgt würden. Auf Facebook erklärte Hueje : »Wir verurteilen diesen Angriff. Er hat unser Krankenhaus getroffen, das Leben von Patienten und medizinischem Personal gefährdet, Wohnhäuser zerstört und Familien in Trauer gestürzt.« Er fügte hinzu: »Planadas hat es verdient, in Frieden zu leben.«
Bei einem weiteren Anschlag in der Kleinstadt Algeciras (Departamento Huila) kam ein Polizist ums Leben, es gab zudem Verletzte unter Polizisten und Zivilisten, wie De la Espriella informierte. Weitere Anschläge wurden im Departement Cauca verübt.
Kolumbien wird derzeit von der schlimmsten Gewaltwelle der vergangenen zehn Jahre erschüttert. Der rechtsgerichtete Staatspräsident kündigte an, die »Ordnungskräfte zu verstärken und besondere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, um neue Angriffe zu verhindern und die Kontrolle über die Gebiete zurückzugewinnen«. Man werde »keinen Millimeter« zurückweichen.
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Bei seinem Amtsantritt Anfang August hatte De la Espriella ein hartes Durchgreifen gegen Drogenkartelle und Rebellengruppen angekündigt. In der Folge kam es zu mehreren Militäroperationen. Bei den Einsätzen wurden bereits Dutzende Menschen getötet, darunter mindestens acht Minderjährige. Die Guerillagruppen verüben ihrerseits Sprengstoffanschläge und Attentate.
Während sein linksgerichteter Vorgänger Gustavo Petro erfolglos mit den Milizen verhandelt hatte, brach De la Espriella alle Gespräche ab. Die Opposition wirft ihm vor, den brüchigen Friedensprozess zu gefährden, Minderheiten ihre Rechte nehmen zu wollen und autoritäre Tendenzen zu zeigen.
Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella verdankt seinen hauchdünnen Sieg bei der Präsidentschaftswahl nicht zuletzt Donald Trump. Baut er Kolumbien jetzt in eine Autokratie um? Mehr dazu lesen Sie hier.
kim/AFP
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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