Ein beliebtes Subreddit für den Austausch über Open Source hat mit der Aussperrung von jeglichen KI-basierten Projekten eine heftige Debatte ausgelöst: Verbannt werden sollen Software, die noch kein Jahr alt ist und dazu noch Menschen, die nicht Englisch sprechen. Die Ankündigung in r/opensource wurde bereits mehr als 2000-mal kommentiert und beleuchtet die Uneinigkeit über den Umgang mit KI in der Open-Source-Gemeinschaft. So wird darauf hingewiesen, dass bei der Entwicklung von Linux, dem mit Abstand bekanntesten Open-Source-Projekt überhaupt, inzwischen KI-Unterstützung erlaubt ist und der Austausch darüber dort wohl nun untersagt wäre. Besonders häufig hinterfragt wird aber der Ausschluss von Menschen, die nicht Englisch sprechen.

„Token sind billig“

„Wenn dein Projekt KI nutzt, von KI gemacht wurde oder für KI gedacht ist, dann ist es auf r/opensource nicht willkommen“, werden die neuen Regeln in der Ankündigung eines Moderators begründet: „KI, wie sie heute existiert, passt nicht zu dieser Open-Source-Community.“ Weil das nicht einfach durchzusetzen sei, dürften nur Projekte beworben werden, die mindestens ein Jahr alt sind und aktiv gepflegt werden. Mehrere Personen müssen dazu beigetragen haben. Eingefordert werden zusätzlich „signifikante Beiträge“ auf Reddit. Bitten um Ausnahmen würden nichts bringen, davon bekomme das Moderationsteam schon „schätzungsweise 20 pro Tag“. Weiter heißt es, „Token sind billig, es kümmert uns nicht, wie viel du für dein fantastisches Projekt ausgegeben hast“.

Während es vor dem Hintergrund der weiten Verbreitung von KI-Unterstützung auch Kritik an der allgemeinen Aussperrung gibt, konzentriert sich die Debatte auf solche Aspekte, die nicht direkt damit zu tun haben. So merken mehrere User an, dass sie ihre Projekte seit Jahren vollkommen ohne KI-Unterstützung betreiben, aber eben alleine daran arbeiten. Damit seien sie jetzt von der Gemeinschaft ausgeschlossen. An der Beschränkung auf Englisch sprechende Menschen wird moniert, dass Reddit eine global genutzte Plattform sei und es in der Vergangenheit keine Probleme mit schlecht übersetzten Beiträgen gegeben habe. Begründet wird die Maßnahme damit, dass man nicht zwischen KI-generierten Texten und Übersetzungen unterscheiden könne.

Wie gespalten die Open-Source-Gemeinschaft beim Thema KI ist, zeigt auch der Linux-Kernel. Erst vor wenigen Wochen wurde beispielsweise beschlossen, dass bei Patches für den Linux-Kernel nicht mehr angegeben werden muss, wenn dabei KI zum Einsatz gekommen ist. Die damit wieder abgeschaffte Regel war noch nicht einmal ein Jahr alt. Linus Torvalds selbst hält wenig von Regeln für KI-Werkzeuge. Regeln, die den Einsatz bestimmter Werkzeuge verbieten, nennt er „stupid“. In r/opensource sind Beiträge zu Linux damit wohl nicht mehr erlaubt, es gibt jedoch eine ganze Reihe von alternativen Subreddits, in die man ausweichen kann, darunter auch r/linux.

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(mho)

Source: Heise · Martin Holland

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