Nach den mehrheitlich friedlichen Jugendprotesten kam es in einigen Städten zu Unruhen. Bildungsministerin Prien will nun migrantische Jugendliche besser integrieren. Kabinettskollege Pistorius hält die Debatte für zu einseitig.
02.11.2026, 09.38 Uhr
Bildungsministerin Karin Prien (CDU): »Hier geht es ja nicht darum, Ressentiments zu schüren«
Foto: Andreas Gora / IMAGODie Gen-Z-Proteste am Wochenende verliefen weitgehend friedlich, dennoch war es im Anschluss zu einzelnen Krawallen gekommen. Die Bundesregierung streitet nun darüber, wer für die Unruhen maßgeblich verantwortlich ist – vor allem über die Rolle migrantischer Jugendlicher gehen die Meinungen auseinander.
Bildungsministerin Karin Prien drängt auf bessere Integrationsarbeit. Nach Abschluss der »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« habe es Gewaltexzesse linksradikaler Gruppen gegeben, »aber eben auch von anderen, die wohl auch aus migrantischen Milieus stammen«, sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk. »Hier geht es ja nicht darum, Ressentiments zu schüren, das wäre auch politisch falsch.«
Welche Rolle spielt das »migrantische Milieu«?
Es gehe darum, die Realität zu betrachten und auch einen Eindruck davon zu bekommen, warum Menschen zu solchen Mitteln greifen. »Und wenn die aus migrantischen Milieus stammen, dann muss uns das Sorgen bereiten und dann müssen wir da auch auf die Ursachen schauen«, sagte die Bildungsministerin. Es gehe um die Frage: »Warum sind Menschen in unserer Gesellschaft nicht angekommen und was ist zu tun, damit das in Zukunft besser gelingt?«
Ähnlich argumentierte auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Er hatte schon am Sonntag davon gesprochen, dass die friedlichen Demonstrationen gekapert worden sein »von gewaltbereiten linken Gruppen und migrantischen Chaoten«.
Eine prominente Gegenstimme kommt aus der SPD. Verteidigungsminister Boris Pistorius stellte die Formulierung von Dobrindt infrage: »Was sind denn migrantische Gruppen? Sind das Menschen, die in dritter Generation in Deutschland leben und deutsche Staatsangehörige sind? Wo hören wir auf, das zu differenzieren? Ich glaube, das führt in die falsche Richtung.«
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Er wisse nicht, ob es so ist, dass Migranten für die Krawalle verantwortlich sind, wolle es aber auch nicht ausschließen. »Klar ist, es gab hier Extremisten, und ich nenne sie nicht Randalierer, weil das viel zu niedlich klingt«, so Pistorius. »Es sind Straftäter, es sind Kriminelle, die Polizisten angreifen und verletzen, schwere Sachbeschädigungen begehen.« Wer auch immer dafür verantwortlich sei, müsse am Ende dafür bestraft werden.
mrc/dpa
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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