Am 31. Oktober hätte Juan Atkins im Yu Yu Cine Club in Mexiko-Stadt als DJ auflegen sollen. Doch wie seine Bookingagentur Greensmith Artists dem Branchenmagazin »Resident Advisor« mitteilte , wurde er vor dem Auftritt in seinem Hotelzimmer bewusstlos aufgefunden. Im Krankenhaus wurde sein Tod festgestellt. Atkins war 64 Jahre alt.
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Juan Atkins war einer der Gründungsväter des Techno. Sein Track »No UFO's«, den er 1985 unter dem Künstlernamen Model 500 auf seinem Plattenlabel Metroplex veröffentlichte, wird häufig als erster Track bezeichnet, der so klingt wie das, was wir heute als Techno kennen.
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Zudem verwendete Atkins den späteren Genrenamen »Techno Music« als Titel für einen Track, der auf der wegbereitenden britischen Compilation »Techno! The New Dance Sound of Detroit« von 1988 zu hören war und ihr ihren Namen gab. Es heißt , er sei durch die Arbeiten des Futurologen Alvin Toffler (»Der Zukunftsschock«) inspiriert gewesen, der in seinem Buch »Die dritte Welle« von »Technorebellen« schrieb, die bereit sein, neue Technologien emanzipativ zu nutzen.
Juan Atkins kam 1962 in Detroit zur Welt, sein Vater war Konzertveranstalter. In seiner Jugend war er vom P-Funk eines George Clinton inspiriert. Im Vorort Belleville lernte er Derrick May und Kevin Saunderson an der Schule kennen, sie wurden später als Belleville Three bekannt, die den Techno-Sound von Detroit prägten.
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Zusammen mit Richard Davis gründete Atkins 1980 das Projekt Cybotron, das Funk mit elektronischen Klängen und futuristischen Ideen vereinte. Zu den bekanntesten Tracks von Cybotron zählt neben »Techno City« auch »Clear« – 1983 ein Dancefloor-Hit und später von Missy Elliott für ihren Song »Lose Control« prominent gesamplet.
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Nach seinem Ausstieg bei Cybotron gründete Atkins das Metroplex-Label und veröffentlichte solo Tracks als Model 500. In den Neunzigern erschienen auf dem belgischen Label R&S zwei Model-500-Alben.
Später, als Juan Atkins längst als Techno-Pionier anerkannt war, bildete er zusammen mit dem deutschen Produzenten Moritz von Oswald das Projekt Borderland, das 2013 und 2016 zwei Alben veröffentlichte. Bereits 1992 hatte er mit Oswald und Thomas Fehlmann an dem Album »3MB featuring Magic Juan Atkins« gearbeitet.
DJ und Produzent Atkins
Foto: Yuri Murakami / Fotoarena / IMAGODas Musikmagazin »Pitchfork« zitiert eine Würdigung der Detroiter Bürgermeisterin Mary Sheffield. »Als Teenager mit einem Synthesizer und einer großen Idee stellte er sich vor, wie die Musik der Zukunft klingen könnte. Dann setzte er sie um«, schrieb sie und fügte hinzu: »Mehr als vier Jahrzehnte lang nahm er Alben auf, ging auf Tournee und trieb die Musik voran. Ebenso wichtig ist, dass er Generationen von Künstlern aus Detroit, die ihm folgten, neue Wege ebnete.« Sie sprach im Namen der Stadt Detroit Atkins' Familie, Freunden, Weggefährten und Musikliebhabern weltweit ihr Beileid aus: »Detroit wird sein Andenken in Ehren halten, und seine Musik wird uns weiterhin vorantreiben.«
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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