Der Fall Jeffrey Epstein beschäftigt weiter die Gerichte, auch im Westen der USA. Im Rahmen der Aufarbeitung der jahrzehntelangen Missbrauchstaten des Sexualstraftäters sind zwei Vertraute des verstorbenen US-Multimillionärs angeklagt worden.
Einem früheren Anwalt Epsteins, Darren Indyke, und seinem Buchhalter Richard Kahn werde vorgeworfen, »über Jahre hinweg die Straftaten und den Menschenhandel Jeffrey Epsteins ermöglicht und erleichtert zu haben«, sagte Raúl Torrez, Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates New Mexico.
Im Zentrum der Ermittlungen steht Epsteins »Zorro-Ranch«, rund 30 Kilometer von der Stadt Santa Fe entfernt. Der Anklageschrift zufolge soll es dort über 20 Jahre lang zu sexuellem Missbrauch und Menschenhandel gekommen sein. Die Ermittlungen dazu hielten an, so Torrez nun.
Epstein hatte über lange Zeit einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Die beiden Angeklagten hätten davon profitiert, heißt es in der zivilen Klage.
Epstein mit seiner Komplizin Ghislaine Maxwell
Foto: ZUMA Press / IMAGODer Anwalt soll demnach etwa Schweigegeldzahlungen an Opfer organisiert haben. Der Buchhalter wiederum habe Epsteins Missbrauchstaten unterstützt, indem er unter anderem Ausgaben für Dessous, Friseurbesuche und Arzttermine abgewickelt habe, so einer der Vorwürfe. Beide haben bislang jede Beteiligung an Epsteins Straftaten und Kenntnis darüber vehement bestritten.
Ziel der Klage sei es, zu verhindern, dass die beiden Männer finanziell von Epsteins Nachlass profitieren, sagte Torrez. Die beiden seien Testamentsvollstrecker seines Nachlasses und Verwalter eines Treuhandfonds Epsteins, die ein Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar umfassten. Wie CNN berichtet , sind die beiden selbst großzügig in Epsteins Testament bedacht: Indyke mit 50 Millionen US-Dollar und Kahn mit 25 Millionen.
Auch das Justizministerium wird verklagt
Es dürfe keine Ausschüttung von Jeffrey Epsteins verbliebenem Vermögen an Menschen wie die beiden Angeklagten gebe, sagte Torrez. Er warf ihnen vor, an »einem der schlimmsten kriminellen Netzwerke der jüngeren amerikanischen Geschichte« beteiligt gewesen zu sein. »Wenn irgendjemand Anspruch auf eine Entschädigung aus Jeffrey Epsteins Nachlass hat, dann sind es die Opfer seiner Taten.«
-
2 Min
-
3 Min
-
14 Min
Die Justizbehörden in New Mexico hatten zu Beginn des Jahres angekündigt, die Ermittlungen zu mutmaßlichen Straftaten Epsteins wieder aufzunehmen. Die Ermittlungen waren in dem Bundesstaat ursprünglich 2019 auf Antrag der Staatsanwaltschaft des Southern Districts in New York eingestellt worden. Im August 2026 hatte New Mexico in dem Fall eine Klage gegen das US-Justizministerium eingereicht (mehr hier), um die Herausgabe von ungeschwärzten Dokumenten zu erzwingen.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
At a glance
- Topic
- World
- Country
- 🇩🇪 DE
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira