Janosch (2016) Janosch (2016)

Janosch (2016)

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Winfried Rothermel / IMAGO

Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa, wie sein Tübinger Verleger Bernhard Feil unter Berufung auf Angaben von Janoschs Ehefrau mehreren Nachrichtenagenturen mitteilte. Seine illustrierten Kinderbücher wie »Oh wie schön ist Panama« waren seit den Siebzigerjahren Erfolge in aller Welt. Die Werke wurden in rund 40 Sprachen übersetzt, ihre Gesamtauflage geht in die Millionen.

Janosch wurde zur Marke – vor allem dank seiner Figuren Tiger, Bär und Tigerente. Sie wurden erfolgreich in Lizenz vermarktet und zierten Tassen, Fahrräder, Schnuller und vieles mehr. Seine Tigerente fungiert als Wappentier des mehrfach ausgezeichneten »Tigerenten Club«, einer Sendung im ARD-Kinderfernsehen. Nach dem fulminanten Erfolg seiner Bücher zog sich Janosch in den Achtzigerjahren auf die spanische Kanareninsel Teneriffa zurück.

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Der Künstler wurde 1931 als Horst Eckert geboren und verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in Oberschlesien im heutigen Polen, geprägt von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters. Seine Kindergeschichten sind wie ein Gegenentwurf zu dieser schweren Zeit, die er lange Zeit selbst mit Alkohol zu verdrängen versuchte: Sie sind lustig, anarchisch frech und oft auch etwas wehmütig. Seine Figuren wehren sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit, mutig, verschmitzt und mit viel Herz.

Eher zufällig wurde er zu seinem ersten Kinderbuch ermuntert. Der Band »Die Geschichte vom Pferd Valek« erschien 1960 im Verlag von Georg Lentz. Der Verleger empfahl den Künstlernamen »Janosch«. Den Durchbruch als Kinderbuchautor und Illustrator schaffte Janosch 1978 mit dem Buch »Oh, wie schön ist Panama« und etablierte sich daraufhin als Deutschlands erfolgreichster und bekanntester Bilderbuchkünstler. Der Kinderbuchklassiker erzählt von Bär und Tiger, die ausziehen, um den Ort ihrer Träume zu finden und ihn am Ende in ihrem alten, frisch gestrichenen Zuhause erkennen.

Janosch mit Bär und Tiger

Janosch mit Bär und Tiger

Foto: Roland Weihrauch / dpa / picture alliance

»Bei Janosch werden die zu Helden, die sonst niemand beachtet«, schrieb »Zeit«-Redakteur Tillmann Prüfer im Nachwort zum Buch »Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!«. Es vereint Janoschs Kolumnen im »Zeit«-Magazin, in denen sein Alter Ego Wondrak seit 2013 das Zeitgeschehen kommentierte.

Im Juni 2007 kritisierte der damalige CSU-Chef Edmund Stoiber Janosch wegen einer im SPIEGEL abgedruckten Zeichnung, die einen Pfarrer zeigt, der am Taufbecken einem Säugling ein Kreuz in den Körper hämmert, und nannte ihn einen »falschen Propheten«. Der Autor selbst, bekennender Atheist, hatte einmal gesagt: »Katholisch geboren worden zu sein, ist der größte Unfall meines Lebens.«

In seinen Werken für Erwachsene gibt Janosch Einblicke in seine harte Kindheit, etwa im Roman »Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm«. »Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person«, sagte der Autor einmal der »Süddeutschen Zeitung«. Überdies verfasste er Theaterstücke und bebilderte die pikanten Geschichten des französischen Adligen Marquis de Sade.

Lesen Sie hier  »sein allerletztes Interview auf ewig«, das Janosch dem SPIEGEL im Frühjahr gab.

sak/feb/dpa/AFP

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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