Italiens Außenminister Antonio Tajani wird nach eigenen Angaben seit Tagen von Hackern angegriffen, die sensible persönliche Daten seiner Person und seiner Familie im Darknet veröffentlichten. »Dadurch setze ich mich neuen Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen aus«, schrieb er auf X . »Sie beziehen auch meine Familie mit ein und sind bereit, für weitere Details über mich und meine Angehörigen zu zahlen.«
Als Grund der Angriffe vermutet Tajani die Unterstützung Italiens für die von Russland angegriffene Ukraine. »Die Freiheit eines souveränen Staates zu verteidigen und sich klar für die Demokratie und Unabhängigkeit einer Nation einzusetzen, ist für diese kriminellen Akteure gefährlich«, schrieb er.
Auch Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni machte prorussische Hacker für die Angriffe verantwortlich. »Ich bekunde meine volle Solidarität mit Vizepremierminister Antonio Tajani angesichts der Enthüllungen über die Aktivitäten prorussischer Hacker und die Verbreitung seiner persönlichen Daten im Darknet«, hieß es in einer Mitteilung der Regierungspressestelle in Rom. Derartige Machenschaften seien äußerst besorgniserregend und müssten mit aller Entschlossenheit bekämpft werden.
Wer hinter der Attacke stehen soll
Die italienische Tageszeitung »Il Fatto Cotidiano« berichtete, eine Hackergruppe namens »NoName057(16)« biete seit dem 26. Oktober Geld für Passwörter, Wohnadressen, Lebensläufe, private Telefonnummern und andere persönliche Daten von insgesamt 18 Personen an, die die Gruppe als Feinde Russlands bezeichne. Betroffen seien neben Tajani der italienische Staatsanwalt Francesco Lo Voi, der Leiter der Postpolizei, Ivano Gabrielli, und der Bürgermeister von Aviano, Paolo Tassan-Zanin.
Tajani und Meloni (am 14. Oktober in Rom)
Foto:Riccardo Antimiani / EPA
Nach Angaben des Bundeskriminalamts BKA von 2025 handelt es sich bei »NoName057(16)« um eine prorussische Hackergruppe, die seit Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 öffentlich bekannt wurde sowie Unterstützer rekrutierte. Unterstützern wurde demnach der Download einer Software angeboten, mit der sie sich dann unter Nutzung eigener Ressourcen an sogenannten DDoS-Angriffen beteiligt haben. Dabei handelt es sich um Überlastungsangriffe auf Webseiten, mit dem Ziel, dass diese zeitweise nicht mehr erreicht werden können.
Im Juli 2025 zerschlug eine international koordinierte Polizei- und Justizoperation unter Führung des BKA und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main die IT-Infrastruktur und das weltweite Botnetz von »NoName057(16)« (mehr dazu hier). Die Gruppe blieb aber auch danach aktiv.
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Tajani betonte, er werde sich nicht einschüchtern lassen. »Ich werde weiterhin daran arbeiten, mein Ministerium und Italien zu verteidigen, und ich werde die Verbindungen und die Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten weiter stärken, damit wir uns gemeinsam schützen können«, schrieb er.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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