US-Angaben zufolge intensiviert Iran seinen Fokus auf US-Personal in der Region. Irans Generalstabschef warnt: Trump müsse seinen »Traum«, die US-Marine in den Persischen Golf einfahren zu sehen, »mit ins Grab nehmen«.
24.10.2026, 13.55 Uhr
US-Geheimdienstdirektor Jay Clayton (am 20. Oktober in New York): US-Personal in der Region im Visier von Iran
Foto: Brendan McDermid / REUTERSUS-Geheimdienstdirektor Jay Clayton geht davon aus, dass US-Bürger im Nahen Osten und anderen Ländern verstärkt ins Visier Irans geraten. »Wir haben nachrichtendienstliche Informationen erhalten, dass Iran seine Bemühungen zur Zielerfassung von US-Personal erheblich verstärkt hat«, erklärte Clayton am Freitag in einem Schreiben an US-Außenminister Marco Rubio.
Teherans »tödliche Planungen gegen US-Bürger« hätten sowohl im Nahen Osten als auch in bestimmten anderen Ländern »ein fortgeschrittenes Stadium erreicht«, hieß es weiter in dem Schreiben. Das Nachrichtenportal »Axios« hatte zuerst darüber berichtet.
In dieser Woche war bekannt geworden, dass die US-Regierung nicht essenzielle Mitarbeiter der US-Botschaft und ihre Familien zur Ausreise aus Saudi-Arabien aufgerufen hatte.
Schon vor Beginn des Irankriegs hatte Washington nicht unbedingt benötigtes Personal angewiesen, die Golfregion zu verlassen. Im Juli tat die US-Regierung das erneut, ehe US-Präsident Donald Trump eine neue Angriffswelle absagte.
Am Freitag deutete Trump nun an, dass die USA möglicherweise erneute Militäroperationen gegen Iran starten könnten. »Wir könnten noch eine kleine ›Epic Fury‹ machen«, drohte Trump in Anspielung auf die US-Bezeichnung für ihre Angriffe auf Iran. Er nannte keinen Zeitpunkt.
Teheran: US-Kriegsschiffe dürfen »unter keinen Umständen« in Persischen Golf einfahren
Die iranische Armee hat unterdessen ein Befahren der Gewässer des Persischen Golfes durch die US-Marine ausgeschlossen. »Wir werden US-Kriegsschiffe unter keinen Umständen und zu keiner Zeit in den Persischen Golf lassen«, sagte Generalstabschef Ali Abdollahi am Samstag laut dem iranischen Staatsfernsehen. US-Präsident Donald Trump müsse seinen »Traum«, die US-Marine in den Persischen Golf einfahren zu sehen, »mit ins Grab nehmen«.
Boote in der Straße von Hormus am Freitag
Foto: REUTERSDer Irankrieg war Ende Februar durch US-israelische Angriffe auf Iran ausgelöst worden. Trotz der Vereinbarung einer Waffenruhe im April und eines Rahmenabkommens zwischen beiden Seiten dauern die Kämpfe rund um die Straße von Hormus an.
Iran beansprucht die Kontrolle über die für den weltweiten Ölhandel strategisch wichtige Meerenge und greift Schiffe an, die sie ohne seine Genehmigung durchqueren. Die USA blockieren ihrerseits iranische Häfen.
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Iranische Medien berichteten derweil, Präsident Masoud Pezeshkian werde in der kommenden Woche seinen russischen Kollegen, Machthaber Wladimir Putin, in Moskau treffen. Pezeshkian werde die russische Hauptstadt besuchen, »um an dem Gipfel der erdgasexportierenden Länder teilzunehmen, der am Dienstag, dem 27. Oktober, stattfinden wird«, meldete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf Teherans Botschafter in Russland. Die beiden würden über wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie über »Fragen der Geopolitik« sprechen.
Russland und Iran zählen zu den weltweit am stärksten sanktionierten Staaten und unterhalten enge Beziehungen.
In Nahost stehen alle Zeichen auf Eskalation: Der Uno-Sondergesandte für Jemen, Hans Grundberg, erklärt hier , wie nah die Konfliktparteien einst dem Frieden waren und wer jetzt überhaupt noch miteinander reden kann.
aeh/AFP
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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