Bundeskanzler Friedrich Merz legte sich kürzlich fest: Eine Frau soll die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier antreten. Er werde seiner CDU eine gemeinsame Kandidatin vorschlagen, »eine Kandidatin der politischen Mitte«, so sagte es Merz. Wer das sein soll, ist offen. Nun haben sich jedoch gleich drei Ministerpräsidenten für CSU-Politikerin Ilse Aigner ausgesprochen.
Zuvor hatte Voigt dem »Stern« gesagt: »Aus der Erfahrung und auch aus der über 20-jährigen Zusammenarbeit weiß ich, dass sie so tickt wie jemand, den Deutschland jetzt gerade braucht. Sie hat das Zeug zur Bundespräsidentin.« Voigt sagte, Aigner sei eine Frau, die das Land verbinden könne. Sie sei »nah dran« und habe sich selbst hochgearbeitet. »Ich glaube, das ist eine Erzählung, die kann es ganz gut gebrauchen im Land.«
CSU brachte Aigner ins Gespräch
Die CSU hatte Aigner bereits im April ins Gespräch gebracht und sich auf ihrem Parteitag in München vor knapp zwei Wochen auf sie festgelegt. SPD und Grüne haben ebenfalls Sympathien für die 61-jährige CSU-Politikerin erkennen lassen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke von der SPD etwa sprach sich nun ebenfalls für Aigner aus. »Ilse Aigner bringt alles mit, was eine gute Bundespräsidentin ausmacht«, sagte Woidke dem Nachrichtenmagazin »Politico«: »Wenn Ilse Aigner vorgeschlagen wird, würde mich das sehr freuen.«
Nun kommt es nur noch darauf an, was die CDU macht. Und dabei spielen die Ministerpräsidenten und die anderen Landesvorsitzenden der CDU die entscheidende Rolle. Denn die Hälfte der Wahlleute in der Bundesversammlung, die am 30. Januar über die Nachfolge Steinmeiers entscheidet, kommen aus den Ländern. CDU, CSU und SPD haben eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen.
In der 77-jährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gab es noch nie eine Bundespräsidentin. Alle zwölf bisherigen Staatsoberhäupter waren Männer. Es gab auch noch nie einen Bundespräsidenten, der aus der CSU kam. Sechs kamen aus der CDU, drei aus der SPD, zwei aus der FDP und mit Joachim Gauck war einer parteilos.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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