Im April 2025 besetzten propalästinensische Aktivisten einen denkmalgeschützten Hörsaal der Humboldt-Universität in Berlin. Der Protest lief aus dem Ruder – die Demonstranten rissen Sitzbänke aus ihren Verankerungen, bauten Türen aus und beschmierten Wände.
Erste Schätzungen gingen von einem Sachschaden in Höhe von 60.000 bis 100.000 Euro aus. Diese Ziffer muss nun deutlich nach oben korrigiert werden. Wie aus einer Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des Grünen-Abgeordneten Andreas Otto hervorgeht, belaufen sich die Sanierungskosten auf etwa 250.000 Euro.
Der denkmalgeschützte Emil-Fischer-Saal war am 16. April 2025 verwüstet worden. In Hörsaal und Treppenhaus stapelten sich herausgerissene Holzbänke. Fenster, Wände und Holzvertäfelungen wurden mit dem Hamas-Dreieck und Schriftzügen wie »Free Gaza« oder »Zionisten sind Faschisten« beschmiert. Mehr als 300 Polizisten hatten den Saal geräumt, dessen Türen während der Aktion von innen verbarrikadiert gewesen waren.
Nach Angaben der Humboldt-Universität mussten allein für die Aufarbeitung und Instandsetzung der Stühle sowie die teilweise Erneuerung der Bodenverankerung 170.000 Euro investiert werden. Ein irreparabler Schaden an der historischen Substanz sei aber nicht entstanden, hieß es.
Ermittlungen gegen 88 namentlich Bekannte
Die Polizei hatte nach der Besetzung des Hörsaals 100 Strafermittlungsverfahren eingeleitet. Nach derzeitigem Stand richten sich die Ermittlungen gegen 88 namentlich bekannte Beschuldigte, heißt es in der Antwort auf die Schriftliche Anfrage weiter. Bisher habe die Berliner Polizei 95 Einzelvorgänge an die Staatsanwaltschaft übersandt. Die Ermittlungen dauern demnach an.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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