Kompakt, leicht und günstiger als die Watch 6 Pro: Die Huawei Watch 6 in 42 mm misst EKG und Blutsauerstoff per Fingerspitze und funkt per LTE.

Die Huawei Watch 6 mit 42-mm-Gehäuse richtet sich an alle, die eine Smartwatch für schmale Handgelenke suchen. Als Nachfolgerin der Watch 5 bietet sie nahezu die gleichen Funktionen wie die größere Watch 6 Pro, wirkt aber leichter und filigraner – und kostet weniger.

Auf den Keramik-Look des Pro-Modells verzichtet sie. WLAN, Mobilfunk und ein eigener App-Store sind trotzdem an Bord. Dazu kommen Gesundheitsfunktionen wie die Messung von Blutsauerstoff und Puls per Fingerspitze sowie ein EKG. Ob die kompaktere Uhr im Alltag überzeugt, zeigt unser Test.

Design & Tragekomfort

Keramik gibt es hier nicht. Die Watch 6 Pro in 43 mm hat ein Keramikgehäuse, die Watch 6 in 42 mm kommt ohne aus. Elegant ist sie trotzdem, nur schlichter. Das Gehäuse ist vorn aus Aluminium und hinten aus Polymer-Verbundwerkstoff sehr hochwertig verarbeitet. Auffällig ist der optische Sensor an der Gehäuseseite. Auf ihn legt man die Fingerspitze. Darüber sitzt die Krone, darunter eine Taste, die man frei belegen kann.

Die Uhr misst 42,3 × 42,3 × 10,2 mm und wiegt ohne Armband nur 38 g. Damit ist sie kleiner und spürbar leichter als die Watch 6 Pro in 43 mm. Auch an schmalen Handgelenken trägt sie kaum auf. Deshalb eignet sie sich gut für Frauen. Die Farben Weiß und Rosa unterstreichen den femininen Look, eine reine Damenuhr ist sie aber nicht.

Das Armband aus Fluorelastomer ist recht schmal und erinnert an das der Watch GT 7. Im Alltag stört die Uhr kaum, auch nachts nicht. Auch beim Sport ist zu gut zu tragen. Einen Haken gibt es aber: Wer empfindliche Haut hat, bekommt bei Wärme womöglich Probleme mit dem Armband. Bei uns hat die Haut gereizt reagiert, nachdem wir die Uhr mehrere Tage am Stück getragen hatten.

Huawei Watch 6 42 mm: Bilder

Huawei Watch 6 (42 mm)

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Huawei Watch 6 (42 mm)

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Display

Beim Display muss man gegenüber der Watch 6 Pro kaum Abstriche machen. Die Watch 6 in 42 mm hat ein rundes AMOLED-Display mit LTPO-Technologie. Es ist genauso groß und scharf wie das der Pro in 43 mm: 1,38 Zoll, 466 × 466 Pixel, rund 338 ppi. Schrift und Symbole sind gestochen scharf, Farben und Kontraste überzeugen. Auch hier schützt gewölbtes Saphirglas das Display.

Nur bei der Helligkeit gibt es einen Unterschied. Huawei nennt für die Watch 6 bis zu 3000 Nits, für die Pro bis zu 3500 Nits. Wir haben über die gesamte Fläche rund 2500 Nits gemessen. Das ist ein hervorragender Wert. Selbst in praller Sonne konnten wir die Uhr immer problemlos ablesen.

Ausstattung

Der Watch 6 fehlt kaum etwas an technischen Features. Sie funkt per WLAN im 2,4- und 5-GHz-Band, per Bluetooth 5.2 und per NFC. Mit eSIM geht sie auch ohne Smartphone online. Lautsprecher und Mikrofon sind eingebaut, telefonieren kann man also direkt über die Uhr. Auf Wunsch verbindet sie sich mit zwei Smartphones gleichzeitig, auch mit zwei iPhones. Über das zweite Gerät laufen allerdings nur Anrufe. Ihre Position bestimmt die Uhr über GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS, teils auf zwei Frequenzbändern. Deshalb ortet sie auch zwischen Hochhäusern und im Wald genau.

Das wichtigste Bauteil ist auch hier der X-Tap-Sensor an der Gehäuseseite. Er kombiniert einen optischen Sensor mit 12 Kanälen und einen Drucksensor. Die Watch 5 hatte nur 4 Kanäle. Legt man die Fingerspitze auf den Sensor, misst die Uhr Puls und Blutsauerstoff oder zeichnet ein EKG auf. Den Puls im Alltag misst ein optischer Sensor auf der Unterseite.

Außerdem hat die Uhr einen Beschleunigungssensor, ein Gyroskop, einen Kompass, ein Barometer, einen Helligkeitssensor und einen Sensor für die Hauttemperatur. Mit dem eingebauten Tiefensensor eignet sie sich fürs Freitauchen bis 40 m. Für den Notfall gibt es eine Sturzerkennung und eine SOS-Funktion. Huawei weist aber selbst darauf hin, dass die Uhr nicht jeden Sturz erkennt.

Kontaktlos bezahlen kann man in Deutschland nur über Curve Pay. Die Einrichtung ist umständlich. Man braucht die Curve-Pay-App auf dem Smartphone und auf der Uhr, ein Curve-Konto und eine hinterlegte Karte. Dazu kommen eine Ausweisprüfung per Selfie und eine PIN. Danach geht es schnell: Zweimal auf die untere Taste drücken und die Uhr ans Terminal halten. Das Smartphone muss nicht in der Nähe sein. Wir haben im Test mehrfach mit der Uhr bezahlt, und es hat jedes Mal geklappt. Trotzdem bleibt Curve ein Umweg, denn die eigene Bankkarte lässt sich nicht direkt auf der Uhr hinterlegen.

Software & Bedienung

Auf der Watch 6 läuft wie auf der Pro Harmony OS 7. Das System reagiert flott und ist übersichtlich. Die Uhr funktioniert mit iPhones und Android-Smartphones. Gekoppelt wird sie über die App Huawei Health. iPhone-Nutzer laden die App aus dem App Store. Unter Android ist es umständlicher, denn im Play Store gibt es die App nicht. Man lädt sie direkt bei Huawei oder über die Appgallery herunter. Ohne Huawei-Konto lässt sich die Uhr nicht nutzen.

In der App stehen die Gesundheitsdaten im Vordergrund. Unter „Gesundheit“ findet man Puls, Schritte, Schlaf und Aktivitäten. Unter „Training“ gibt es geführte Trainings-Programme. „Entdecken“ bietet Tipps zu Wellness und Ernährung. Unter „Geräte“ lädt man Zifferblätter herunter, einige kosten Geld. Dort stellt man auch Benachrichtigungen, Offline-Karten und Musik ein.

Weitere Apps installiert man über die Appgallery, sogar direkt auf der Uhr. Die Auswahl ist größer als bei der GT-Reihe. Google-Dienste und bekannte Apps wie Spotify oder WhatsApp fehlen aber. Für manches gibt es brauchbaren Ersatz, etwa Petal Maps zum Navigieren.

Drückt man die Krone, erscheint die App-Übersicht. Die Symbole sind in einem klaren Raster angeordnet, auf Wunsch auch als Liste. Ein Doppeldruck öffnet den Taskmanager. Die untere Taste ruft drei Apps auf, die man selbst auswählt. Wischt man nach unten, öffnet sich das Schnellmenü mit WLAN, Bluetooth, Schlafmodus, „Nicht stören“ und Flugmodus. Der Flugmodus schaltet Bluetooth, WLAN und mobile Daten auf einmal ab.

Links und rechts vom Zifferblatt liegen Infokacheln, etwa für Wetter und Termine. Legt man den Finger auf den X-Tap-Sensor, startet eine Messung. Vorher muss man der Messung allerdings einmal zustimmen.

Die Uhr lässt sich auch per Handgeste steuern, ohne das Display zu berühren. Drei Gesten gibt es:

  • Double Tap: Der Zeigefinger tippt zweimal auf den Daumen. So nimmt man Anrufe an, bestätigt Eingaben, schiebt den Wecker auf oder löst die Kamera des gekoppelten Smartphones aus.
  • Double Slide: Der Daumen streicht zweimal am Zeigefinger entlang bis zur Spitze. Damit scrollt man etwa durch Nachrichten und Menüs.
  • Quick Flip: Man dreht das Handgelenk kurz nach außen und wieder zurück. Die Uhr schaltet dann einen Anruf stumm, beendet den Wecker, blendet Benachrichtigungen aus oder springt zurück zum Zifferblatt.

Ab Werk sind die Gesten ausgeschaltet. Man aktiviert sie in den Einstellungen und geht ein kurzes Tutorial durch. Auf Anhieb klappt es im Alltag nicht immer. Erst mit etwas Übung hat die Uhr in unserem Test zuverlässig reagiert. Es hilft, weder zu fest noch zu langsam zu tippen. Außerdem sollte die Uhr eng am Handgelenk sitzen. Im Energiesparmodus funktionieren die Gesten nicht. Bei intensivem Sport und auf tätowierter Haut erkennt die Uhr sie womöglich ebenfalls nicht. Hier sollte Huawei nachbessern.

Huawei Watch 6: Health App

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Training

Beim Sport hat die Watch 6 einen Vorteil gegenüber der Pro. Die Pro in 43 mm ist zwar kaum größer, wirkt aber klobiger und ist schwerer. Mit Keramikarmband eignet sie sich zudem weniger fürs Training. Die leichte Watch 6 mit ihrem Armband aus Fluorelastomer sitzt dagegen eng und verrutscht kaum. Genau das braucht der optische Pulssensor.

Die Uhr zeichnet über 100 Sportarten auf, vom Joggen über Radfahren und Schwimmen bis zum Krafttraining. Neu sind ein Modus für Skifahren in der Halle und eine Anzeige der Steigung in Echtzeit beim Radfahren. Den Puls misst die Uhr meist genau, auch bei harten Intervallen. Im Vergleich mit einem Brustgurt von Polar lagen die Werte dicht beieinander. Sitzt das Armband zu locker, werden die Werte ungenauer.

Für Läufer gibt es den Running Ability Index (RAI). Er bewertet Ausdauer und Lauftechnik. Daraus berechnet die Uhr, wie schnell man im Wettkampf sein könnte. Überdies zeigt sie VO2max, Trainingsbelastung und Trainingsindex an.

Trainings erkennt die Uhr auch von selbst, allerdings erst nach ein paar Minuten. Wir haben die Funktion ausgeschaltet. Sonst fragt die Uhr bei jedem Spaziergang und jeder Fahrt mit dem E-Scooter, ob sie ein Training aufzeichnen soll. Die Schritte zählt die Uhr zuverlässig, und das GPS zeichnet Strecken genau auf. Den Kalorienverbrauch sollte man dagegen nur als groben Richtwert sehen.

Gesundheit & Schlaf

Bei der Gesundheit steht die Watch 6 der Pro in nichts nach. Das Herzstück ist auch hier der X-Tap-Sensor an der Gehäuseseite. Legt man die Fingerspitze darauf, misst die Uhr Puls und Blutsauerstoff recht zuverlässig, denn am Finger ist das Signal stärker als am Handgelenk. Über den Sensor zeichnet sie außerdem ein 1-Kanal-EKG auf und schätzt, wie steif die Arterien sind.

Lässt man den Finger drei Sekunden auf dem Sensor, startet Health Glance. Nach etwa einer Minute zeigt die Uhr bis zu elf Gesundheitswerte an, darunter Blutsauerstoff, Stress, Hauttemperatur und Herzfrequenzvariabilität (HRV). Ganz rund lief das im Test nicht: Mal war das Signal zu schwach, mal stimmte der Druck auf den Sensor nicht. Einige Messungen mussten wir wiederholen.

Die HRV zeigt, wie stark die Abstände zwischen den Herzschlägen schwanken. Ein hoher Wert spricht meist für gute Erholung, ein niedriger für Stress oder Erschöpfung. Aussagekräftig wird er erst im Vergleich mit den eigenen Werten der letzten Tage. Den ganzen Tag über achtet die Uhr zudem auf einen unregelmäßigen Herzschlag. Nach dem Training sagt sie, wie lange man sich erholen sollte.

Nachts misst die Uhr HRV, Hauttemperatur und Stress und überwacht die Atmung. Auffälligkeiten, die auf Atemaussetzer hindeuten können, meldet sie. Hier hilft das geringe Gewicht der Watch 6, denn im Bett merkt man sie kaum. Den Schlaf teilt sie in REM-, Tief- und Leichtschlaf ein. Die Ergebnisse wirkten plausibel und passten überwiegend zu unserem Gefühl.

Kurze Wachphasen übersieht die Uhr aber manchmal. Wer im Bett noch liest, schläft für sie womöglich schon. Im Vergleich mit dem Oura Ring hat sie im Schnitt rund eine Stunde mehr Schlaf gemessen. Nickerchen erkennt sie dagegen zuverlässig.

Akku

Im Test hielt die Watch 6 gut drei Tage durch, obwohl wir sie Tag und Nacht getragen haben. Das Always-on-Display war dabei aus. Damit hält sie etwas länger durch als die drei Tage, die Huawei verspricht. Eine Apple Watch muss meist schon nach etwa anderthalb Tagen ans Ladegerät.

An die GT-Reihe kommt die Watch 6 aber nicht heran. Wer oft über WLAN oder eSIM online geht, viel GPS und Apps nutzt oder das Always-on-Display einschaltet, muss früher laden. Mit Always-on-Display nennt Huawei nur noch zwei Tage.

Im Energiesparmodus soll die Uhr bis zu sieben Tage schaffen. Dann fallen aber viele Funktionen weg, darunter WLAN, Health Glance, die Gesten und der X-Tap-Sensor. Leer ist der Akku schnell wieder aufgeladen: Laut Huawei reichen 15 Minuten am mitgelieferten kabellosen Ladegerät für einen Tag.

Preis

Die Watch 6 in 42 mm hat in Rosa und Weiß eine UVP von jeweils 449 Euro. Beide Varianten sind derzeit ab 399 Euro erhältlich. Die rosafarbene Ausführung hat ein Fluorelastomer-Armband, die weiße eines aus Verbundwerkstoff. Damit ist die Watch 6 deutlich günstiger als die Pro in 43 mm.

Fazit

Die Huawei Watch 6 in 42 mm ist eine vollwertige Smartwatch und hält trotzdem länger durch als viele Konkurrenten. Mit gut drei Tagen Laufzeit muss sie seltener ans Ladegerät als etwa eine Apple Watch. Das Gehäuse bleibt dabei schmal und zierlich. Deshalb eignet sich die Uhr besonders für schmale Handgelenke. Die Farbvarianten in Roségold und Silber mit Weiß geben ihr einen femininen Touch. Verarbeitet ist sie tadellos.

Bei der Gesundheit ist die Uhr hervorragend ausgestattet. Über den X-Tap-Sensor an der Seite misst sie Puls und Blutsauerstoff per Fingerspitze und zeichnet ein EKG auf. Am Finger misst sie genauer als am Handgelenk. Auch als Sportuhr macht die Watch 6 eine gute Figur: Sie ist leicht, sitzt fest und misst den Puls zuverlässig. Kontaktlos bezahlen klappt über Curve Pay.

Billig ist die Uhr aber nicht. Außerdem ist das App-Angebot begrenzt. Google-Dienste und viele bekannte US-Apps fehlen. Für manches gibt es brauchbaren Ersatz, etwa Petal Maps zum Navigieren.

Wer eine schicke Uhr für den Sport sucht und dank eSIM auch ohne Smartphone unterwegs sein will, liegt mit der Watch 6 richtig.

Source: Heise · Lukasz Konieczny

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