Google knüpft den Zugang von Schulen zur mit Abstand beliebtesten Suchmaschine der Welt an die eigenen KI-Funktionen: Wenn Schulleitungen ihren Schülerinnen und Schülern keine Freigabe für Googles KI-Technik ermöglichen, gibt es auch keinen Zugang zur Google-Suche. Das hat der US-Konzern gegenüber der New York Times erklärt, nachdem mit einem neuen Blogeintrag neue KI-Funktionen angekündigt wurden. Der Schritt trifft demnach den kompletten primären und sekundären Bildungsbereich, der den Kindergarten bis zur 12. Klasse umfasst und unter der Abkürzung „K-12“ zusammengefasst wird. Googles Bildungschef Chris Phillips begründete den Schritt gegenüber der US-Zeitung mit der engen Verzahnung von Suche und KI.
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Googles Ankündigung folgte jetzt auf eine Vorstellung der neuen Funktion „Guided Learning“, die die Internetsuche ergänzen soll. Damit sollen Schülerinnen und Schüler durch den Weg zu einer Lösung für ein bestimmtes Problem geführt werden, ohne dass ihnen die Lösung direkt angezeigt wird. Ein Pilotversuch in ausgewählten US-amerikanischen Schulen soll noch im November beginnen. Im Google Classroom soll die neue Funktion jetzt schon weltweit abrufbar sein. Lobende Worte zitiert der US-Konzern aus Kolumbien, Indien und Thailand. Der erklärt weiterhin, dass diese und andere KI-Funktionen für Schülerinnen und Schüler ab Anfang 2027 standardmäßig deaktiviert werden sollen. Schulleitungen müssten sie explizit aktivieren. Tun sie das nicht, gibt es aber eben keine Google-Suche. Laut NBC News können Schulen die Suche zwar einzeln und ohne weitere Gemini-Produkte freischalten. KI-Funktionen wie automatisch erzeugte Zusammenfassungen bleiben darin aber enthalten.
Aus New York gibt es nach dem Bericht der New York Times bereits deutliche Kritik an dem Vorgehen von Google. Der dortige Bürgermeister Zohran Mamdani hat auf Bluesky geschrieben: „Google versucht, seine Monopolstellung zu nutzen, um den Einsatz von KI an unseren öffentlichen Schulen durchzusetzen.“ Kein Unternehmen solle aber die Macht haben, „zu diktieren, wie wir unsere Kinder unterrichten“. Ähnlich äußerte sich die ehemalige Chefin der US-Handelsaufsicht FTC Lina Khan auf dem Kurznachrichtendienst X: „Während die Öffentlichkeit zunehmend Widerstand gegen den Einsatz von KI an Schulen leistet, macht Google deutlich, dass es diejenigen bestrafen wird, die sich nicht fügen“, schreibt sie dort.
(mho)
Source: Heise · Martin Holland
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