Der weltweite Smartphonemarkt ist wegen der Speicherkrise in Bedrängnis: Allein im dritten Quartal wurden weltweit 19 Prozent weniger Geräte ausgeliefert als im Vorjahresquartal. Das waren so wenig wie zuletzt vor 14 Jahren. Nichtsdestotrotz stieg der weltweite Smartphone-Umsatz im gleichen Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 114 Milliarden US-Dollar. Das Stichwort lautet: Premiumisierung – und Apple profitiert davon massiv.
Apple mit Rekordumsatz im dritten Quartal
Laut dem Analyseunternehmen Counterpoint verzeichnete Apple in diesem Jahr allen Widrigkeiten zum Trotz den höchsten Umsatz aller Zeiten für ein drittes Kalenderquartal. Der Hersteller erreichte in diesem Zeitraum einen Rekordanteil von 50 Prozent am weltweiten Smartphone-Umsatz. Apple profitierte von einer anhaltenden Nachfrage nach der iPhone-17-Serie und dem Marktstart der iPhone-18-Pro-Serie.
Counterpoint-Forschungsleiter Tarun Pathak sagte: „Apple blieb im dritten Quartal 2026 die widerstandsfähigste große Marke, wobei die Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu unverändert blieben. Apple verfügt über die Preismacht, steigende Speicherkosten aufzufangen und sie an die Verbraucher weiterzugeben, ohne dass dies nennenswerte Auswirkungen auf die Nachfrage hat. Gleichzeitig wurde das Wachstum des durchschnittlichen Verkaufspreises durch höhere Einführungspreise für die iPhone-18-Pro-Serie, das Fehlen des Basis-iPhones 18 bei der Markteinführung sowie Preiserhöhungen bei älteren Modellen im September gestützt.“
An zweiter Stelle positioniert sich Samsung mit einem Umsatzanteil von 19 Prozent und einem Umsatzplus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Überdies konnte das Unternehmen mit einem Anteil von 22 Prozent seinen ersten Platz als größter Smartphonehersteller hinsichtlich der Auslieferungen behaupten.
Counterpoint zufolge wurde das Wachstum durch Preiserhöhungen bei der volumenstarken Galaxy-A-Serie sowie den Premiumgeräten wie dem Galaxy S26 Ultra und dem Galaxy Z Fold 8 gestützt. Samsung meldet selbst ein Verkaufsplus von 45 Prozent für die Galaxy-Z-Fold-8-Serie in Europa – wohl auch, weil das iPhone Duo das Interesse an Foldables belebt hat. Aber auch Samsungs Lieferkette trug dazu bei, die steigenden Speicherkosten abzufedern. Trotzdem sah sich das Unternehmen gezwungen, die Preise seiner Geräte wie der Galaxy-S26-Serie zu erhöhen.
Wie Counterpoint darstellt, trugen höhere durchschnittliche Verkaufspreise (ASP) zum Umsatzwachstum bei und glichen damit den starken Rückgang der Absatzmengen aus. Ursachen dafür seien den Analysten zufolge zum einen die seit Jahren anhaltende Premiumisierung (Menschen greifen vermehrt zu teureren Geräten), zum anderen aber auch ein stärkerer Produktmix und speicherbedingte Preissteigerungen in allen Segmenten. Dies ließ die durchschnittlichen Verkaufspreise weltweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 442 US-Dollar steigen. Es sei der höchste jemals in einem Quartal verzeichnete Wert.
Smartphones bleiben teuer
Bei den drei weiteren großen Herstellern lief es schlechter: Xiaomis Umsatz stagnierte, Oppo und Vivo verloren sogar zweistellig. Oppo verzeichnete laut Counterpoint einen Umsatzrückgang um 26 Prozent im Vorjahresvergleich, Vivo um 22 Prozent.
Xiaomi konnte die Probleme durch eine Weitergabe von Komponentenkosten und eine Verlagerung des Portfolios weg vom Einstiegssegment hin zu Geräten der Mittel- und oberen Mittelklasse abfangen. Laut Counterpoint fungierten die höherpreisigen Modelle wie die Redmi-Note-15-Serie und das Xiaomi 17T als wichtige Umsatztreiber in den Kernmärkten.
Counterpoint prognostiziert, dass die bisher beobachtete Umsatzstabilität sich im nächsten Quartal nicht fortsetzen dürfte. Schon im vierten Quartal dieses Jahres dürften die Rückgänge der Auslieferungen das Wachstum der durchschnittlichen Verkaufspreise (ASP) übersteigen. Dies führe schließlich zu einem Rückgang des weltweiten Smartphone-Umsatzes. Dennoch könnte der Gesamtumsatz für das Jahr 2026 aufgrund höherpreisiger Geräte im Vergleich zum Vorjahr höher ausfallen. Wegen der Speicherkrise dürften Smartphones auch im nächsten Jahr weiter teurer werden. Eine gewisse Entlastung erwartet Counterpoint erst für 2028, jedoch könnten Hersteller sinkende Kosten womöglich in Geräteupgrades reinvestieren, anstatt die Preise zu senken. Heißt: Die Preise dürften weiterhin hoch bleiben.
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Source: Heise · Andreas Floemer
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