Der Fund des Leichnams eines 1985 verunglückten Bergsteigers bewegt die Bergsteigerwelt. Als Georg Fellner aus Lambach in Oberösterreich bei einer Expedition auf dem Rakaposhi-Ostgipfel im Karakorum (Pakistan) ums Leben kam, war er eigentlich in einer Gletscherspalte bestattet worden.

Fast 40 Jahre später war der Gletscher jedoch so stark geschmolzen, dass zwei Einheimische die Überreste des zum Zeitpunkt seines Todes 26 Jahre alten Fellner fanden, wie der Österreichische »Standard« berichtet . Der Leichnam wurde demnach in einem namenlosen Grab in der Provinz Gilgit-Baltistan bestattet.

Es war ein Tiroler Student, der 2025 auf einer Trekkingreise auf das Grab stieß, Nachforschungen anstellte und mithilfe des Alpenvereins die Familie des Verunglückten ausfindig machte. Fellners Brüder reisten ein Jahr, nachdem sie von dem Grab erfahren hatten, nach Pakistan, wie der »Standard« berichtet. Dort entdeckten sie, dass sogar eine Brücke nach Georg Fellner benannt wurde.

»Wir sind ungewohnt freundlich empfangen worden. Die große Trauer war vor 41 Jahren, es war keine Erleichterung, aber es war ein schönes Gefühl«, sagte Franz Fellner und berichtet von der Gedenkfeier, die am Grab abgehalten wurde: »Die wichtigsten Leute vom Dorf waren da, zwei Imame, der Bürgermeister, insgesamt 70 bis 80 Leute. Es war überwältigend, das haben wir nicht erwartet.«

Das Unglück im Jahr 1985 hatte ein damaliger Kletterkamerad detailliert beschrieben. Fellner sei, so Gerhard Haberl, beim Abstieg auf einem schneebedeckten Grat auf etwa 4700 Metern ausgerutscht und einen vereisten Hügel rund 100 Meter hinuntergerutscht. Fellner habe sich überschlagen und sei gegen einen Felsen geprallt. Dabei erlitt er eine Schädelfraktur, so berichtet Haberl es. In der Nacht erlag Fellner seinen Verletzungen.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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