Teilnehmer der "Gen Z regelt"-Kundegebung in Köln

Stand: 01.11.2026 • 02:31 Uhr

Man habe keinen Einfluss darauf, was nach Ende der Demos passiere, sagte ein "Gen Z"-Sprecher. Von Gewalt hatte sich die Initiative stets distanziert. Ihr Fazit der Jugendproteste fällt positiv aus. Am 20. November will sie erneut demonstrieren.

Die Initiative "Gen Z regelt" hat ein positives Fazit der bundesweiten Jugendproteste gezogen und will sich auch an den Kundgebungen in drei Wochen beteiligen. "Heute haben hunderttausend Menschen gezeigt, wofür sie auf die Straße gehen", sagte ein Sprecher vom Presseteam der Initiative, der öffentlich nur unter seinem Vornamen Amadeo auftreten will. Kurz vor 20 Uhr sprach er von mehr 100.000 Teilnehmern, die Zahlen von sechs bis acht Städten würden noch fehlen.

Die von der Kampagne "Gen Z regelt" organisierten Kundgebungen waren in 34 Städten geplant, darunter in Berlin, Frankfurt/Main und München. Die Teilnehmerzahlen blieben allerdings hinter den Erwartungen der Organisatoren zurück, die mit mindestens 182.000 Teilnehmenden gerechnet hatten. Aus vielen Städten berichteten Reporter, die Teilnehmerzahlen hätte etwa bei der Hälfte dessen gelegen, was im Vorfeld angegeben worden war.

Die Initiative "Gen Z regelt" fordert unter anderem mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Die Einführung einer Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.

Gewalt nach Ende der eigentlichen Demos

Der Großteil der Kundgebungen verlief friedlich. In mehreren Städten mischten sich aber offenbar Extremisten gezielt unter die Demonstrationszüge.

"Die Proteste der Gen Z haben sich als sehr friedlich rausgestellt", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf. Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage jedoch in einigen Städten zugespitzt. Bei den Gruppen, von denen die Gewalt ausgegangen sei, habe es sich um "autonome und zum Teil vermummte Personen" gehandelt, so Roßkopf in der Rheinischen Post.

Am späten Abend und in der Nacht kam es in einigen Städten dann zu Krawallen und Plünderungen, bei denen aber unklar ist, ob sie im Zusammenhang mit den Demonstrationen standen. Besonders heftig fielen sie in Frankfurt am Main und in Köln aus. Eine Kölner Polizeisprecherin sagte, die Vorfälle seien mehr dem Halloween-Geschehen als dem Nachklang der "Gen Z"-Proteste zuzuordnen.

"Darauf hatten wir keinen Einfluss"

"Gen Z"-Sprecher Amadeo hatte sich schon am frühen Abend von der Gewalt abgegrenzt, zu der es im Kontext einiger Demonstrationen kam. "Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss."

Er betonte, dass seine Initiative in drei Wochen wieder viele junge Menschen für Aktionen mobilisieren wolle. "Für uns ist das nur der erste Schritt. Wir wollen uns an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen", sagte Amadeo der Nachrichtenagentur dpa. Für diesen Tag hat unter anderem die Bundesschülerkonferenz Demonstrationen angekündigt, die sich von der Initiative "Gen Z regelt" distanziert hatte - wegen der Intransparenz des Organisationskomitees.

Die Initiative "Gen Z regelt" versteht sich als unabhängiger, überparteilicher und loser Zusammenschluss junger Menschen, die sich "für unsere Jugend und für unsere Zukunft" stark machen. "Gen Z" bezeichnet in etwa die Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis Ende 20.

Source: Tagesschau · tagesschau.de

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