Schwere Regenfälle und starke Winde haben zahlreiche Zelte im Gazastreifen überflutet und zum Einsturz gebracht. Wie verschiedene Medien unter Berufung auf Korrespondenten vor Ort berichten, ist am Freitagabend ein schwerer Wintersturm über das Gebiet hinweggezogen. Das Medienbüro der islamistischen Hamas-Regierung gab bekannt, dass 70.000 Zelte überflutet worden seien. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Ein Korrespondent der Tageszeitung »taz« vermutet , dass deutlich mehr Zelte betroffen sein könnten.

Die Überflutungen verschärfen die ohnehin prekäre humanitäre Situation der rund zwei Millionen Menschen im Hamas-kontrollierten Gazastreifen. Ahmad Alhendawi, Regionaldirektor von »Save the Children International«, sagte dem saudischen Nachrichtensender Al Jazeera , die Situation sei »herzzerreißend« und »vollkommen vorhersehbar« gewesen. Bereits im vergangenen Winter kam es zu Überflutungen im Gazastreifen, wo die Hamas seit der im Oktober 2025 verkündeten Waffenruhe wieder deutlich mehr Präsenz zeigt.

Hamas lässt humanitäre Lage eskalieren

Wie der Korrespondent der »taz« berichtet, forderten die Vertriebenen von den lokalen Hamas-Verwaltungen seit Monaten immer wieder, einfache Entwässerungsgräben zum Schutz ihrer Zelte auszuheben. Geschehen sei seitdem nichts. Stattdessen fokussiere die Hamas ihre Anstrengungen auf das Eintreiben von Steuern und Gebühren für den Aufbau von Zelten. Es würden keine Maßnahmen zur Verbesserung der humanitären Lage ergriffen.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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