Eine Woche vor Beginn der Dreiergespräche zwischen Kyjiw, Moskau und Washington ist der ukrainische Präsident nach Berlin gereist. Selenskyj will mit Kanzler Merz über Deutschlands Rolle bei den Friedensgesprächen reden.
03.11.2026, 12.49 Uhr
Besucher Selenskyj, Gastgeber Merz vor dem Kanzleramt in Berlin
Foto: Sebastian Gollnow / dpaTeile des Regierungsviertels sind gesperrt, 3400 zusätzliche Polizisten beordert, Einsatzkommandos positioniert: für einen kurzfristigen Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin. Selenskyj ist am Dienstagmittag von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Kanzleramt empfangen worden.
Bei dem Treffen soll es um die Abstimmung zu den von den USA angekündigten Dreiergesprächen mit Moskau und Kyjiw zu Verhandlungen über den Ukrainekrieg gehen. Außerdem werde es um die ukrainische Flugabwehr und Hilfen für die angeschlagene Energieversorgung gehen. Das teilte Selenskyj nach Ankunft in Berlin auf der Plattform X mit. Geplant ist auch ein gemeinsames Mittagessen von Merz und Selenskyj.
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Der Besuch von Selenskyj, der eine der höchsten Sicherheitseinstufungen hat, war vorher nicht angekündigt worden. Die Polizei sprach am Montag nur von mehreren Staatsgästen, die zu der Berlin Security Conference erwartet würden. An der Konferenz nehmen Rüstungsvertreter, Militärfachleute und Wissenschaftler teil. Sie diskutieren über militärische Bedrohungen und die sicherheitspolitische Lage. Auf verschiedenen Podien sollen mehr als 140 Redner auftreten, auch Selenskyj wird an der Konferenz teilnehmen.
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Themen gibt es zur Genüge: Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hatte am Montag mitgeteilt, Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA würden sich am 10. und 11. November im Golfemirat Abu Dhabi treffen. Damit werde die »Mission« von US-Präsident Donald Trump zur Beendigung des Krieges vorangetrieben, schrieb Witkoff auf X. Im Zentrum der Gespräche stehen demnach »Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Maßnahmen sowie weitere Schritte auf dem Weg zum Frieden«.
Witkoff fügte hinzu, dass die US-Unterhändler in dieser Woche zudem in Brüssel auch mit Vertretern aus Europa und der Nato zusammentreffen würden. Aus deutscher Sicht geht es dabei auch um die Frage, inwieweit die Europäer in direkte Gespräche mit Russland eingebunden werden können.
esk/mrc/dpa
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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