Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich am Abend mit Menschen in Trappes getroffen. Vor der Presse sagte er, dieser Tag sei ein Wendepunkt für die Nation. »Ein Mensch wurde heute Morgen von einem unserer Landsleute auf der Grundlage einer rassistischen Ideologie getötet«, so Macron und betonte, dass die Opfer »aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer vermeintlichen Religion und aus keinem anderen Grund« ins Visier genommen worden seien. »Das hat in der Republik keinen Platz, das hat in Frankreich keinen Platz«, sagte Macron.

In der Region nahe Paris hatte am Vormittag ein Mann das Feuer aus einem Auto heraus eröffnet und um sich geschossen. Ein Mensch kam dabei ums Leben, vier weitere wurden teils sehr schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Kind. Der Schütze wurde kurze Zeit später festgenommen.

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete den Vorfall als »terroristische Tat«. »Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen«, sagte Nuñez vor Journalistinnen und Journalisten in Trappes.

Die Pariser Anti-Terrorstaatsanwaltschaft teilte mit, dass sie eine Untersuchung eingeleitet habe, unter anderem wegen des Verdachts auf gezielte Tötung in Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben sowie Waffenbesitz. Dabei würde berücksichtigt, dass die Tat »aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers zu einer bestimmten angeblichen Rasse, ethnischen Gruppe, Nation oder Religion begangen wurde«.

Der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Trappes hielt einen islamfeindlichen Hintergrund für möglich. »Was wir heute miterlebt haben, ist objektiv gesehen ein Anschlag mit rassistischem, wahrscheinlich islamophobem Hintergrund«, sagte Ali Rabeh vor der Presse. »Die Menschen, die heute ins Visier genommen wurden, das hätten auch meine Mutter, meine Brüder, meine Schwägerinnen sein können«, so Rabeh.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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