Wieder sind in Frankreich Zehntausende auf die Straßen gegangen. Nach Angaben des Innenministeriums demonstrierten am Samstag landesweit 146.000 Menschen. Laut der Initiatoren der Proteste, zu denen etwa Gewerkschaften und Studierendenorganisationen gehören, nahmen 250.000 Menschen teil.
Die Demonstrationen verliefen insgesamt weitgehend friedlich, allerdings warfen einige Demonstranten Gegenstände auf die Einsatzkräfte, die Tränengas einsetzten. Dem Innenministerium zufolge gab es mindestens 360 Festnahmen.
In Paris zogen die Demonstrierenden weitgehend friedlich von der Place de la République zur Place de la Nation. Unter ihnen waren zahlreiche Schüler und Studenten. »Heute geht es darum, den Druck aufrechtzuerhalten«, sagte die Studierendenvertreterin Sabrine Kharbach der Nachrichtenagentur AFP. Es war der vierte Samstag in Folge mit landesweiten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungswesen.
In der Hauptstadt verhinderte ein großes Polizeiaufgebot eine verbotene Kundgebung der Gelbwestenbewegung nahe dem Präsidentenpalast. Auf der Place de la Concorde nahe dem Élysée-Palast versuchten sich rund hundert Anhänger der Gelbwestenbewegung zu versammeln. Die Polizei hatte die Kundgebung verboten und umstellte die Demonstrierenden. Zwei Vertreter der Bewegung wurden festgenommen. Mehrere Dutzend Menschen mussten jeweils 135 Euro Strafe zahlen.
Landesweit 360 Festnahmen
»Wie erwartet waren die Demonstrationszüge weniger von den Gewerkschaftsorganisationen begleitet, und viele waren nicht angemeldet«, heißt es aus dem Innenministerium. Bis 19 Uhr gab es demnach landesweit 360 Festnahmen.
Der französische Innenminister Laurent Nuñez hatte wieder ein großes Polizeiaufgebot von 70.000 Sicherheitskräften angekündigt, zudem gepanzerte Fahrzeuge und Wasserwerfer. Man wolle hart gegen Randalierer und Plünderer vorgehen.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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