Kimi Antonelli nach seinem Titelgewinn: »Ich versuche gerade zu begreifen, was gerade passiert ist«
Foto:Clive Rose / Getty Images
Kimi Antonelli weinte völlig überwältigt und brachte erst mal kein Wort heraus. »Weltmeister«, funkte sein Renningenieur Peter Bonnington. »Kimi, du hast es geschafft, Weltmeister«, gratulierte Teamchef Toto Wolff. Schließlich kletterte Antonelli auf seinen Mercedes und ließ sich feiern: als jüngster Weltmeister in der Geschichte der Formel 1, im Alter von 20 Jahren und 68 Tagen.
»Ich bin dankbar für diesen Moment, einen, den ich nie vergessen werde«, sagte er. »Ich bin sprachlos, ich versuche gerade zu begreifen, was gerade passiert ist.«
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Dem Italiener reichte vier Rennen vor dem Saisonende der dritte Platz auf dem ausverkauften Autodrómo Hermanos Rodríguez in Mexiko für den Titel in seinem zweiten Jahr in der Formel 1 (mehr zum Rennen hier). Antonelli ist zudem der erste Weltmeister aus Italien seit 1953, als Alberto Ascari seinen Titel erfolgreich verteidigt hatte. Die Presse in seiner Heimat feiert ihn entsprechend – der Überblick:
»Corriere dello Sport«: »Antonelli, du bist eine Legende: 73 Jahre nach Ascari gewinnt wieder ein italienischer Fahrer den WM-Titel in der Formel 1. Das Mercedes-Wunderkind vollbringt in Mexiko eine unglaubliche Leistung und erzielt ein Ergebnis, das direkt in die Geschichte eingeht. Es ist wirklich wahr, es ist ein historischer Tag, ganz Italien feiert.«
»La Repubblica«: »Die fabelhafte Geschichte des ganz normalen Jungen. Italien weint, lacht, weint mit ihm. Seit 1953, seit Alberto Ascari, wehte die Trikolore nicht mehr in diesem verrückten Zirkus der Motoren, in dem das auf der Via Emilia geborene Kind jetzt der Akrobat, der Jongleur, der Clown und der Künstler ist, der uns seit 73 Jahren gefehlt hat.«
»Gazzetta dello Sport«: »Kimi Antonelli, die Geschichte eines ganz normalen Ausnahmetalents, das die Formel 1 verzaubert hat. Er hat die Spitze erklommen wie ein abgeklärter Champion. Er ist frische Luft, ein Licht in einer Zeit, die jetzt seinen Namen trägt. Andrea Kimi Antonelli lacht und weint, er rennt ohne anzuhalten, als ob ihm noch immer jemand im Nacken säße, den es abzuschütteln gilt – aber da hinten ist niemand mehr. Denn ein 20 Jahre alter Italiener ist Formel-1-Weltmeister.«
»Corriere della Sera«: »Traumhafter Kimi, die Revolution des schnellsten Italieners der Welt: Er ist der jüngste Weltmeister aller Zeiten.«
»Tuttosport«: »Legendärer Antonelli: Ein Italiener schreibt wieder Geschichte!«
Bis zu Antonellis Sieg hielt der Deutsche Sebastian Vettel den Rekord als jüngster Formel-1-Weltmeister: Er war beim ersten seiner insgesamt vier Weltmeistertitel (2010) 23 Jahre und 134 Tage alt.
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Noch am Sonntagabend postete Vettel ein Video und gratulierte Antonelli. »Du bist neugierig, du hörst zu, du lernst schnell, du bist furchtlos, dein Fahrstil war sehr sauber und kontrolliert, und doch am Limit, wenn es darauf ankam«, sagte Vettel auf Englisch. »Du hast verstanden, dass man nur das kontrollieren kann, was man kontrollieren kann. Du hast einen einzigartigen Fahrstil, und wir genießen es, dir zuzusehen.«
Zum Abschluss seiner Videobotschaft hatte Vettel noch einen Ratschlag. »Große Erfolge mögen die Art und Weise verändern, wie die Menschen dich sehen, aber du musst nicht die Art und Weise ändern, wie du die Menschen siehst«, sagte er: »Und jetzt genieß’ es. Eine feste Umarmung, Sebastian.«
aar/dpa/sid
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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