Sie galt jahrzehntelang als eine der prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Film- und Fernsehbranche. Nun ist die Produzentin Regina Ziegler im Alter von 82 Jahren gestorben.

01.11.2026, 14.25 Uhr

Produzentin Ziegler: Pionierin des deutschen Films Produzentin Ziegler: Pionierin des deutschen Films

Produzentin Ziegler: Pionierin des deutschen Films

Foto: FrankHoermann / Sven Simon / SvenSimon / picture alliance

Die Filmproduzentin Regina Ziegler ist tot. Sie starb im Alter von 82 Jahren im Kreis ihrer Familie. Das bestätigte ein Sprecher der Ziegler Film GmbH der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst berichtete die »Bild«-Zeitung unter Berufung auf ihrer Tochter Tanja Ziegler.

Regina Ziegler zählte über Jahrzehnte zu den prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Film- und Fernsehbranche. Ihr Werk umfasst mehr als 500 Produktionen. Zu ihren populärsten Werken gehören die ARD-Serie »Weissensee« und die Musical-Verfilmung »Ich war noch niemals in New York«.

Ziegler kam März 1944 in Quedlinburg als Tochter einer Journalistin und eines Brunnenbauers und Wünschelrutengängers für Wasseradern geboren. Die Familie floh Ende des Zweiten Weltkrieges ins Weserbergland, wo sie und ihre ältere Schwester ihre Kindheit und Jugend verbrachten.

Auf Wunsch ihrer Eltern begann sie nach dem Abitur ein Jurastudium, was sie jedoch bereits nach einem Semester abbrach. Stattdessen absolvierte sie eine Ausbildung zur Wirtschaftsdolmetscherin für Englisch, um 1965 als Produktionsassistentin beim Sender Freies Berlin zu arbeiten.

1973, im Alter von 29 Jahren, gründete Ziegler ihre eigene Produktionsfirma. Ihren ersten Spielfilm »Ich dachte, ich wäre tot« erhielt den Bundesfilmpreis und wurde zum Kritikererfolg. Es war die erste Zusammenarbeit zwischen Ziegler und dem Regisseur Wolf Gremm, ihrem späteren Ehemann. Gemeinsam folgten weitere Filme wie »Die Brüder« (1976) und »Fabian« (1980).

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Im Lauf ihrer Karriere produzierte Ziegler viele preisgekrönte Filme: »Malou« (1981) von Jeanine Meerapfel gewann den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik in Cannes, »November Days« den Adolf-Grimme-Preis und zwei ihrer Produktionen wurden für den Oscar nominiert. Internationale Anerkennung fand sie unter anderem auch 2016 durch eine Retrospektive im Museum of Modern Art New York. 2016 erhielt sie bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises (Lola) in Berlin den Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den Deutschen Film. »Leidenschaft, Energie, Charme, Durchsetzungskraft und eine unendlich große Liebe zu ihrem Metier«, bescheinigte ihr die Präsidentin der Deutschen Filmakademie Iris Berben.

2022 sprach Ziegler mit dem SPIEGEL über ihren verstorbenen Mann. In der Zeit seiner Erkrankung hätten Gremm und sie »verrückte Sachen gemacht«, so Ziegler. »Wir haben nachts Humphrey-Bogart-Filme geguckt oder morgens um vier Spaghetti gekocht.« Sie habe alles gemacht, was ihm wichtig war. »Wolf und ich haben 44 Jahre miteinander verbracht, natürlich hat es auch mal gekracht, wir hatten Haare auf den Zähnen, beide. Aber ich habe so wunderschöne Erinnerungen an ihn, dass ich oft denke, er ist noch da. Wenn ich den Kamin anhabe und die Wärme des Feuers spüre, habe ich das Gefühl einer besonderen Nähe zu Wolf.«

Bis zuletzt soll Ziegler noch an Projekten gearbeitet haben.

ipp/dpa

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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