Die Veröffentlichung des Berichts fällt in die Endphase des Wahlkampfs in den USA. In gut einer Woche wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner ihr Parlament. Trump steht zwar nicht selbst zur Wahl, die Midterms gelten allerdings immer auch als Abstimmung über die Politik des Präsidenten.

Der Umgang mit der Epstein-Affäre hatte Trump in seiner zweiten Amtszeit viel Kritik eingebracht. Der Republikaner hatte noch in seinem Präsidentschaftswahlkampf die Freigabe der Akten zu dem Fall versprochen. Nach seinem Amtsantritt wehrte er sich jedoch lange. Erst auf Druck aus der Öffentlichkeit und des Parlaments wurden schließlich einige Akten veröffentlicht. Die Kritik riss allerdings nicht ab. Bemängelt wird etwa, dass die geschwärzten Stellen in den Akten nicht nur Opfer schützen würden, sondern auch mutmaßliche Mittäter.

In dem nun von Demokraten veröffentlichten Bericht geht es etwa auch um die Vorwürfe der Schweizerin Béatrice Keul. Das frühere Model wirft dem heutigen US-Präsidenten einen sexuellen Übergriff im Jahr 1993 am Rande des »American Dream Pageant« in New York vor, wie der Sender SRF berichtet . »Dieser Schönheitswettbewerb war für Trump und Epstein ein Jagdrevier«, zitiert der Schweizer Sender die inzwischen 56-jährige Keul.

Trump kannte den Epstein einst gut. Der reiche Finanzier aus New York hatte einen Missbrauchsring betrieben, dem junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Der bereits verurteilte Sexualstraftäter starb 2019 in seiner Gefängniszelle, bevor es zu weiteren Schuldsprüchen hätte kommen können. Epstein vernetzte die globalen Eliten und pflegte Kontakte auf der ganzen Welt, auch zu Donald Trump.

Der heutige US-Präsident bestritt jegliche Verwicklung in die kriminellen Machenschaften. Zudem will er von Epsteins Taten nichts gewusst haben. Anlässlich des neuen Berichts betonte eine Sprecherin des Weißen Hauses, dass keine der Anschuldigungen stimme. Trump sei mit Blick auf alles, was mit Epstein zu tun habe, »vollständig entlastet« worden, teilte sie mit.

Aktuell halten die Republikaner noch in beiden Parlamentskammern knappe Mehrheiten. Sollte sich das durch die Kongresswahlen ändern, hätten Demokraten künftig die Möglichkeit, Untersuchungen im Epstein-Skandal einzuleiten. Diesen Hebel könnten sie auch für weitere Nachforschungen im Epstein-Skandal nutzen.

»Ich hatte mich so an meinen eigenen Missbrauch gewöhnt, dass ich den Gedanken verdrängte, was mit den Neuen passieren würde«: Sie war Jeffrey Epsteins »Assistentin« und half, neue Opfer für ihn zu rekrutieren: Hier erzählt die Frau von der »Menschenhandels-Pyramide« und spricht über Manipulation und Schuld. Das Interview lesen Sie hier .

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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