Zum Prozessauftakt wurde die Anklage verlesen. Nach den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft sollen die Eltern ihre damals elfjährige Tochter im Frühjahr 2025 in deren Kinderzimmer zu sexuellen Handlungen am Vater gebracht und nach Informationen der »Schwäbischen Post« später gemeinschaftlich missbraucht haben. Darüber hinaus sollen sie das Mädchen einem Freund der Familie für Übergriffe zur Verfügung gestellt haben. Der Mann erhielt laut Anklage einen Schlüssel für die Wohnung in Rot am See, um Zugang zu dem Kind zu haben.
Das Mädchen wandte sich laut Gericht an eine Lehrerin und das Jugendamt. Es wurde in Obhut genommen. Nun sind die Eltern unter anderem wegen gemeinschaftlichen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und gemeinschaftlicher Vergewaltigung angeklagt. Das Verfahren gegen den Freund der Familie wird getrennt geführt.
Der Vater sitzt seit Februar in Strafhaft, allerdings wegen eines anderen, bereits rechtskräftig verurteilten Vermögensdelikts. Die Mutter ist auf freiem Fuß.
Freund der Familie ist untergetaucht
Auch der angeklagte Freund saß zunächst in Untersuchungshaft. Das Landgericht hatte ihn jedoch entlassen, weil es keinen dringenden Tatverdacht mehr sah. Das Oberlandesgericht Stuttgart bewertete die Lage anders, doch der Mann nutzte die Zeit zwischen Freilassung und der Beschwerdeentscheidung, um unterzutauchen. Laut Gerichtssprecher ist er seitdem nicht mehr greifbar.
Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt. Die Eltern sollen sich dann zu den Vorwürfen äußern. Ein Urteil könnte am 17. November fallen.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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