Eine Mitarbeiterin Schutzkleidung geht durch ein Behandlungszentrum für Ebolapatienten im Kongo.

Virus breitet sich weiter aus Mehr als 5.000 Ebola-Tote in der DR Kongo

Stand: 31.10.2026 • 12:45 Uhr

Die Ebola-Infektionen in der Demokratischen Republik Kongo nehmen weiter zu. Seit Mai starben mehr als 5.000 Menschen - mehr als 10.000 gelten als infiziert. Das Ende ist nicht in Sicht, aber vielleicht ein Impfstoff.

Die Demokratische Republik Kongo in Zentralafrika meldet 5.026 Tote durch das Ebola-Virus. Damit liegt die Sterblichkeitsrate des Virus bei fast 50 Prozent aller Infizierten. Mindestens 10.351 Patienten gelten als infiziert mit dem hochgefährlichen Virus, wie das Land mitteilte. Derzeit werden mehr als 1.000 Menschen durch die lokalen Gesundheitsbehörden behandelt oder in Quarantäne beobachtet.

2.788 Menschen gelten bisher als genesen. Experten gehen von einer deutliche höheren Dunkelziffer von Infizierten aus - auch weil der Ausbruch viel zu spät entdeckt worden sei.

Besonders der Osten der Demokratischen Republik Kongo in der Region Ituri ist stark durch den Ebola-Ausbruch betroffen.

"Das ist ein sehr tragischer Meilenstein, denn es handelt sich nicht nur um eine Zahl", sagt Dr. Patrick Otim, Programmbereichsleiter bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Blick auf die gestorbenen Menschen. "Es sind Familien und Gemeinden, die von diesem Ausbruch schwer getroffen wurden. Die Zahl verdeutlicht zudem die Schwere dieses Ausbruchs."

Der Bundibugyo-Erreger

Der sogenannte Bundibugyo-Errerger ist eine der sechs bekannten Ebola-Varianten. Er wurde erstmals 2007 entdeckt. Sein Krankheitsverlauf ist oft lebensgefährlich - insbesondere in Gebieten mit geringer gesundheitlicher Versorgung, so die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC. Das Virus wird sowohl durch infizierte Tiere als auch durch infizierte Menschen übertragen. Übertragungsmedium sind hierbei Körperflüssigkeit oder der einfache Kontakt mit kontaminierten Gegenständen. Auch die unfachgerechte Beerdigung von infizierten Toten gilt als häufige Infektionsursache.

Infektionen werden regelmäßig zu spät entdeckt. Die anfänglichen Symptome der Ebola-Erkrankung lassen sich leicht mit einer Malaria-Erkrankung verwechseln.

Herausforderungen der Virusbekämpfung

Nicht nur medizinische Probleme fordern das Gesundheitspersonal. Im Osten des Kongo, wo sich der Ausbruch konzentriert, herrscht ein Konflikt zwischen der Regierung und einer Reihe bewaffneter Gruppen, allen voran der von Ruanda unterstützten Rebellengruppe M23. Zudem gibt es in den Grenzgebieten zu Uganda eine islamistische Aufstandsbewegung. All das schränkt den Handlungsspielraum des medizinischen Personals weiter ein.

Außerdem gibt in der Bevölkerung eine weit verbreitete Skepsis gegenüber staatlichen Organisationen. Dies führte zu einer Reihe von Angriffen auf Gesundheitspersonal und Gesundheitseinrichtungen. Eine Krankenschwester wurde vergangene Woche bei einem Einsatz nach einem Ebola-Verdacht getötet, und ein Politiker der Regierungspartei wurde im September ermordet, nachdem er sich im Radio für Gesundheitsmaßnahmen eingesetzt hatte.

Auch andere Länder sind betroffen

Außerhalb der Demokratischen Republik Kongo wurden insgesamt 31 Fälle gemeldet - darunter in Uganda, Nigeria und Kenia. Mindestens vier Menschen starben außerhalb der Demokratischen Republik Kongo.

Der bisher einzige Fall in Europa wurde im Juni in Frankreich festgestellt. Ein Arzt der zuvor im Osten der Demokratischen Republik Kongo arbeitete, wurde positiv getestet. Er konnte später als genesen aus dem Krankenhaus entlassen werden.

In Nigeria wurde die Ehefrau eines Schweizer Diplomaten positiv getestet. Zuvor war sie längere Zeit in Uganda - sie wurde in der Hauptstadt Abuja auf einer Isolationsstation behandelt und später in die Schweiz ausgeflogen, so die Schweizer Behörden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor der weiteren Verbreitung des Virus - auf Grenzschließungen zur Demokratischen Republik Kongo solle aber bislang verzichtet werden.

Impfstoff in der Entwicklung

Seit Juni laufen die ersten klinischen Studien zur Entwicklung zweier antiviraler Therapieverfahren. Schwerpunkt der Forschung ist aktuell, ob die Impfstoffe gegen den Ervebo-Strang des Ebola-Virus auch gegen den aktuellen Bundibugyo-Ausbruch effektiv sind.

Am 23. Oktober startete die Impfstudie vor Ort in der Demokratischen Republik. Impfstoffforscherin Leonie Meyer vom UKE in Hamburg sieht mit großen Erwartungen auf die Studie. Denn wenn sich herausstellen würde, "dass es einen wirksamen Impfstoff gibt, dann könnte der wirklich maßgeblich zur Eindämmung dieser Epidemie beitragen", so die Forscherin.

Source: Tagesschau · tagesschau.de

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