Auch die Zahl der Verletzten nimmt zu: Mit 16.496 Verletzten 2025 stieg sie im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 38 Prozent.

Warum steigen die Zahlen?

Experten sehen den Grund in der steigenden Nutzung von E-Scootern. Mit ihrer Verbreitung häufen sich auch Stürze und Kollisionen, so der ADAC. Auffällig ist, dass oft junge Menschen in die Unfälle verwickelt sind.

»Die überwiegende Nutzergruppe [...] ist tatsächlich ab 14 Jahren«, erklärt Christian Schmidt vom ADAC Mittelrhein. Er versteht, warum der E-Scooter als »niederschwelliger Einstieg in die Mobilität« bei jungen Menschen so beliebt ist. Sie seien das erste Mobilitätsmittel, bei dem man nicht auf Mama, Papa, Busfahrer oder Straßenbahnfahrer angewiesen sei. Man könne eigenständig unterwegs sein, sagt er, »und das super kostengünstig«.

Problematisch sei jedoch, dass viele Jugendliche die Verkehrsregeln nicht kennen. Für das Fahren eines E-Scooters braucht es weder eine Ausbildung noch eine Einweisung. Man kaufe sich einen E-Scooter, bekomme vielleicht noch ein Versicherungskennzeichen – und fahre einfach los.

Werden Gefahren unterschätzt?

Medizinische Studien zeigen, dass bei E-Scooter-Unfällen vor allem Kopf, Gesicht, Arme und Beine verletzt werden. »Das Spektrum reicht von Bagatellverletzungen bis zu schweren Polytraumen«, berichtet David Latz, Oberarzt am Universitätsklinikum Düsseldorf und Mitglied im ADAC-Ärztekollegium. Häufig tragen die Verletzten keinen Helm. Bordsteine oder Unebenheiten können das Vorderrad blockieren und den Fahrer nach vorn schleudern.

Für diese Unfallrisiken müsse man sensibilisieren, meint Schmidt. Viele sähen den E-Scooter eher als Spielzeug. Auch deswegen hätten E-Scooter-Fahrer oft ein schlechtes Image, meint der Experte. »Sie gelten als junge Leute, die Unsinn im Kopf haben. Das mag auf manche zutreffen, aber sicher nicht auf alle.«

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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